Am diesjährigen Schlosscup in Burgdorf, ein in den letzten Jahren sehr erfolgreicher Ort für den TTC YSZ, standen insgesamt elf unserer Spieler im Einsatz. Am Samstag fand, wie gewohnt, das Mannschaftsturnier, wo man zu dritt mit einem sehr interessanten Modus spielt, am Sonntag waren dann die Einzelkategorien an der Reihe.
Samstag
In der höchsten Kategorie (Gesamtklassierung 32) bildeten Aktuar Andrin Zoller mit den NLC-Spielern Alec Tarashev und Balthazar Porritt eine Mannschaft, während Daniel Pigrum mit den Ustermern Lucien Meury und Emily Wu antrat. Leider hatte das interzürcher Trio einen Tag zum Vergessen und verloren schockierenderweise alle vier Gruppenspiele! Der YSZ’ler konnte dabei nur eines seiner Einzel gewinnen und unterlag gleich drei wesentlich tiefer klassierten Widersachern. Ebenso erfolglos verliefen die Doppel mit Emily, wo die zwei sehr jungen Zürcher sich zweimal im Entscheidungssatz geschlagen geben mussten.
In der anderen Gruppe starteten Alec, Balthazar und Andrin mit einem 4:2-Erfolg gegen eine lokale Mannschaft, wo sie nach dominantem Auftakt zwischenzeitlich das 2:2 hatten hinnehmen müssen. Dem folgten dann zwei Unentschieden, obwohl Balthazar im Duell mit den nachmaligen Siegern erneut einen höher klassierten Gegner bezwang. Andrin’s Niederlage gegen jene Luganesi bedeutete, dass sie aus diesem 3:3 nur einen Punkt mitnehmen konnten (bei Unentschieden entscheidet das Duell der Nummern drei), womit sie aus dem letzten Match gegen “Ostermundigen 1” mindestens zwei Zähler benötigten (also ein Sieg, oder 3-3 mit Sieg von Andrin).
Das wichtige Aufeinandertreffen startete schlecht, als Balthi an den Abwehrbällen von Johannes Hug (Ostermundigen) verzweifelte, bevor Alec gegen Maurin Aebischer (Worb) einen 1:2-Satzrückstand drehte und die Chancen aufs Weiterkommen offen hielt. Nun durfte Andrin wieder ins Spielgeschehen einsteigen. Der YSZ-Aktuar brauchte gegen Sergey Abalakov (Worb) eiserne Nerven, entschied dieses so wichtige Match aber mit 11-9, 14-12 und 13-11 für sich. Alec/Balthazar konnten nun also den Sack bereits zumachen! Leider entglitt dem Trainer/Spieler-Duo aber nach einer 2:1-Führung der sicher geglaubte Sieg und das Drama setzte sich fort, allerdings mit Vorteil YSZ, welche ja nur eines der letzten zwei Spiele gewinnen mussten. Dass Alec nicht dafür zuständig sein würde, wurde leider schnell klar, denn Hug liess unserem Nachwuchschef nicht den Hauch einer Chance. Glücklicherweise konnten Alec/Balthazar aber mit 11-9 im Entscheidungssatz Aebischer/Abalakov bezwingen und ihre Mannschaft damit aufgrund der gewonnenen Direktbegegnung auf Platz zwei katapultieren.
Im Halbfinal wartete dann “Lugano 1”. Die Angelegenheit startete grandios, als Balthazar mit Filippo Margoler (Lugano) erstmals einen A-Spieler bezwang. Da Alec ebenfalls in vier Sätzen reüssierte, Andrin aber Andrea Tomasoni (vom neu gegründeten Verein Tennis Tavolo Bellinzona) unterlag, stand das Halbfinal auf absoluter Messer’s Schneide.
Nun mussten nämlich beide Mannschaften zwei der letzten drei Matches gewinnen. Mit dementsprechendem Druck gingen Alec und Balthazar also in das wegweisende Doppel. Leider wollte es an diesem Tag bei den zwei einfach nicht klappen und sie mussten Margoler/Berini mit 1-3 gratulieren. Für die Finalqualifikation mussten also beide Einzel gewonnen werden, doch am späten Abend war für Alec gegen Margoler nichts zu holen und der Titeltraum erlosch endgültig. Ein kleiner Trost für den Basler: diese Niederlage sollte nicht mehr in die Wertung fallen, denn Andrin und Balthazar, die an jenem Tag sehr gut harmonierten, verloren ihr Doppel ganz knapp in vier Sätzen.
Sonntag
Am Sonntag stiessen dann mit Arthur Masurel, Kelian Morandi, Lizhang Zhou, Alex Duschau-Wicke, Dan Karpisek, Barish Moullet, sowie den für Rio-Star Muttenz startenden Severin Scherer gleich sieben weitere YSZ’ler zu den bereits am Vortag im Einsatz gestandenen Alec, Balthazar, Daniel und Andrin hinzu. Speziell war, dass nebst den Alterskategorien auch in den Serien A-, C-, und E-Serien mit Gruppenspielen gespielt wurde.
Der Morgen begann aber mit dem Herren D und somit einem direkten k.o-Modus. Lizhang schien dies jedoch nicht zu stören und der junge Chinese rief eine Topleistung nach der anderen ab um ohne Satzverlust das Halbfinal zu erreichen. Hier wartete mit Thomas Barthlott (Oberwil) dann ein echter Prüfstein. Lizhang steckte den verlorenen Startsatz aber hervorragend weg und liess seinem Widersacher daraufhin kaum Zeit zum Schnaufen. Somit fehlte also noch ein Sieg zum grossen Triumph und nur Lokalmatador Gian Moret konnte ihm dann noch in die Suppe spucken. Es wurde eine unglaublich packende Partie, wo Lizhang aber für viele vergebene Satzbälle in den mit 13-15 verloren gegangenen ersten zwei Durchgängen büssen und Moret mit 1:3 zum verdienten Titel gratulieren musste.
Für Alex und Kelian hatte es die Auslosung hier nicht nett gemeint. Mit Moret und Barthlott trafen sie in der ersten Runde auf den nachmaligen Ersten bzw. Dritten, gegen die sie beide nichts ausrichten konnten.

Besser lief es Kelian dafür im Herren E. Der Zehnjährige rettete sich zum Auftakt im Entscheidungssatz über die Ziellinie, zeigte in der Folge aber wirklich grossartiges Tischtennis und reihte mehrere Siege aneinander. Im Viertelfinal gegen Noah Kaletsch (Pieterlen) war Kelian dann lange auf gutem Weg mit 2:0-Sätzen in Führung zu gehen, wusste aber diese Gelegenheit nicht zu nutzen und unterlag dem nachmaligen Sieger somit denkbar knapp mit 1-3.
Im Herren B überfuhr Dan zum Auftakt den nachmaligen C-Sieger gleich mit 3-0, bevor er in der zweiten Runde noch eine Schippe drauflegte und mit dem mehr als doppelt so hoch klassierten Rudolf Fenyösy (Schöftland) erstmals einen B-Spieler bezwang! Erst im Achtelfinal gegen die Nummer eins des Turniers ging sein starker Lauf dann zu Ende. Während Andrin Till Räber (Burgdorf) deutlich unterlag, erreichten Daniel und Arthur ohne Probleme die zweite Runde, waren dort aber überfordert.
Alec erreichte ohne Satzverlust das Viertelfinal, zum zweiten Aufeinandertreffen mit Schützling Balthazar kam es hier aber leider nicht. Denn der 13-Jährige, vor einem Jahr der überragende YSZ’ler an diesem Turnier, konnte gegen Jonas Repond (Rossens) eine 2:0-Satzführung nicht über die Ziellinie retten. Seinem Trainer erging es anschliessend nicht besser. Repond spielte schlicht und einfach zu stark, liess Alec keine Chance und sicherte sich in der Folge auch den Turniersieg.
Im Herren C waren ebenfalls sechs Stadtzürcher im Einsatz, allerdings hatte die Turnierleitung beschlossen, dass in dieser Kategorie – aufgrund der enormen Anzahl von 89 TeilnehmerInnen – nur der Gruppenerste weiterkommen würde.
Für Andrin und Alex wollte es auch in dieser Kategorie nicht klappen und sie schieden beide nach je zwei Niederlagen aus. Auch Dan und Lizhang konnten das Hauptfeld nicht erreichen, allerdings haderte Ersterer zurecht mit seiner Niederlage gegen Severin Fischer (Rio-Star Muttenz), hatte er doch sämtliche Chancen gehabt mit 2-0 in Führung zu gehen, ehe der Basler das Spiel in vier Sätzen gewinnen konnte. Die Hoffnungen in dieser Kategorie ruhten also auf den Schultern von Arthur und Daniel, welche ihre Gruppen auch ohne Probleme gewannen.
Arthur traf nun auf Sebastian Kämpf (Thun), den Sieger aus Andrin’s Gruppe. Trotz hartem Kampf konnte sich Arthur aber im fünften Satz durchsetzen und seinen Teamkollegen erfolgreich revanchieren. Im Achtelfinal wartete dann der gefährliche Materialspieler Joel Chvojan (Bern). In einem wahren Thriller kämpfte sich Arthur zweimal ganz stark zurück in die Partie, nur um im fünften Durchgang doch noch den Kürzeren zu ziehen.
Auf der anderen Seite des Tableaus knüpfte Daniel an seine Leistungen aus der Gruppenphase an und qualifizierte sich ohne Satzverlust fürs Viertelfinal. In diesem lieferte er sich mit Jeffrey Omlin (Rio-Star Muttenz) einen packenden Fight, wo sich der Österreicher erfreulicherweise mit 11-9 im Entscheidungssatz durchsetzen konnte! Leider verpasste Daniel das Endspiel auf bitterst mögliche Weise. Der YSZ’ler, der bereits den wegweisenden zweiten Satz ultra ärgerlich mit 15-17 abgeben musste, konnte zwei Matchbälle nicht verwerten und musste seinem Gegenüber damit zum Erfolg gratulieren.

Im Herren A, wo jeder Match auf vier Gewinnsätze ging, hatten die Stadtzürcher in den letzten Jahren mit drei Titeln aus den letzten fünf Austragungen grossen Erfolg gehabt. Nicht ganz der Fall aber für Alec und Balthazar: Ersterer vergab gegen zuvor erwähnten Rudolf Fenyösy eine 2:0-Führung und schied somit, nach der erwarteten Niederlage gegen seinen guten Freund Joschua Spuhler (Rio-Star Muttenz), aus. Auch Balthazar haderte nach wie vor etwas mit der Niederlage aus der B-Kategorie und verlor das entscheidende erste Spiel mit 1-4, bevor auch Severin sich als zu stark für den fünf Jahre jüngeren YSZ’ler erwies. Der im 2024 zu Muttenz gewechselte Sevi konnte dagegen seinen guten Start ins Hauptfeld mitnehmen und ohne Probleme das Halbfinal erreichen.
Nun duellierte er sich mit Vereinskollege Spuhler um einen Platz im Endspiel gegen Barish, der völlig ungefährdet an all seinen Kontrahenten vorbeimarschiert war. Ganz anders aber das Muttenzer Halbfinal, wo Sevi im siebten Direktduell endlich den ersten Sieg anstrebte. Die folgenden 47 Minuten wurden den hohen Erwartungen mehr als gerecht und Sevi schaffte es gleich dreimal einen Satzrückstand wettzumachen. Am Ende hatte Joschua aber mit 11-8 den längeren Atem und zog ins Finale ein. Immerhin konnte sich sich Sevi aber damit trösten, dass er anschliessend im U19 seinen im Vorjahr errungenen Titel erfolgreich verteidigte.
Währenddessen traf Barish auf Spuhler, fest entschlossen seinen dritten Turniersieg der Saison zu feiern (nach der YSZ Competition und der OTTM). Diese Mission startete aber katastrophal: dank variiertem Blockspiel brachte Spuhler den zweifachen Schweizermeister zum Verzweifeln und entschied die ersten zwei Sätze für sich. Auch der dritte Durchgang verlief lange auf Messer’s Schneide, mit 11-9 schaffte Barish aber den Anschluss und leitete damit die erhoffte Wende zum 4:2-Erfolg ein. So konnte unser STTL-Star doch noch seinen zweiten A-Titel an diesem Turnier, nach dem Erfolg im 2021, bejubeln und seinen guten Start ins neue Jahr fortsetzen.


Während Alex im O40 trotz eines Satzgewinns sich in der Gruppenphase zwei höher klassierten Gegnern beugen musste, standen im U15 fünf junge Stadtzürcher im Einsatz, die sich zurecht Chancen auf eine vordere Platzierung ausrechnen durften. Gleich vier von ihnen glückte sogar der Gruppensieg, wobei Lizhang zum Abschluss eines starken Wochenendes noch Severin Fischer mit 3-1 bezwang. Somit traf er im Achtelfinal auf Dan. Es wurde wie erwartet zu einem epischen Fünfsatz-Krimi, wo Dan aber schliesslich die besseren Nerven hatte und Lizhang’s Turnier beendete. Das Podest konnte er aber leider auch nicht erreichen, denn er scheiterte anschliessend denkbar knapp im Entscheidungssatz an Trainingspartner Jannes Waschkies (ZH-Affoltern). Auf der anderen Seite des Feldes scheiterte auch der glücklose Arthur in dieser Runde, denn Joshua Schmitt (Châtelaine) rang nach Dan nun den nächsten YSZ’ler nieder und siegte gleich mit 3-0. Zu einem Hattrick reichte es dem Westschweizer aber zum Glück nicht: denn Balthazar, der sich im zweiten Gruppenspiel noch etwas zum Sieg hatte mühen müssen, liess Schmitt, wie schon am Top 16, keine Chance und buchte seinen Platz im Endspiel.
Nun lag es an Daniel das Traumfinale perfekt zu machen und der 3. Liga-Akteur schien die so bittere Halbfinalniederlage aus der C-Kategorie bestens weggesteckt zu haben, erreichte er ohne grosse Probleme das Halbfinal gegen Waschkies, dem er in vielen Duellen noch nie unterlegen war. Diesmal brachte der Linkshänder ihn erstmals an den Rang einer Niederlage, die weisse Weste blieb aber dennoch intakt.
Am späten Abend kam es also noch zum Aufeinandertreffen zwischen Daniel und Balthazar. Die letzten drei Direktduelle waren allesamt mit 3-0 an Letzteren gegangen, dementsprechend startete der Titelverteidiger in der Favoritenrolle. Doch im Kanton Bern sollten die Würfel nun ganz anders ausfallen. Daniel übernahm von Beginn weg die Initiative und setzte seinen Kameraden unter einem enormen Druck, auf den Balthazar schlicht keine Antwort finden konnte. So sicherte sich der Österreicher in glatt drei Sätzen seinen SIEBTEN Titel der Spielzeit!

Herzliche Gratulation an alle erfolgreichen YSZ’ler, speziell Barish und Daniel, und vielen Dank an den TTC Burgdorf für die Organisation!
Resultatübersicht:
Samstag
3. Rang Kategorie 1: Alec Nikolov Tarashev, Balthazar Porritt und Andrin Zoller
Sonntag
1. Rang Herren A: Barish Moullet
3. Rang Herren A: Severin Scherer (Rio-Star Muttenz)
5. Rang Herren B: Alec Nikolov Tarashev
3. Rang Herren C: Daniel Pigrum
2. Rang Herren D: Lizhang Zhou
5. Rang Herren E: Kelian Morandi
1. Rang U15: Daniel Pigrum
2. Rang U15: Balthazar Porritt
5. Rang U15: Dan Karpisek
5. Rang U15: Arthur Masurel
1. Rang U19: Severin Scherer (Rio-Star Muttenz)


