STTL Men: Nach fünf Fünfsätzern und einem fünfstündigen Thriller – YSZ erreicht die Playoffs!

Die STTL-Herrenequipe des TTC Young Stars Zürich hat nach 15 Jahren endlich wieder die Playoffs der höchsten Schweizer Spielklasse erreicht! Das Team um Noe Keusch, Barish Moullet, Filip Karin, Lars Posch und Adam Robertson hat in der ersten Doppelrunde des neuen Jahres drei Punkte aus den Auswärtsspielen gegen Neuhausen und Rio-Star Muttenz mitgenommen und kann sich somit bereits auf die Halbfinals im Frühling freuen!


24 Stunden an der Tabellenspitze

Am Samstag in Neuhausen, der ehemalige Verein von Moullet und Karin, war die Partie bereits vor dem Doppel zu Ende. Robertson, dessen Frau Laura ja für die Schaffhauser in der STTL Women antritt, überzeugte dabei vollends und verlor bei seinen 3:0-Siegen gerade mal 32 Punkte! Eine ganz starke Leistung angesichts der Tatsache, dass er Pekka Pelz diese Saison in der Regionalliga in Deutschland ohne Satzgewinn unterlegen war. Auch Keusch rief ein ganz starkes Spiel ab und besiegte – erstmals in der Schweiz – sowohl Pelz, als auch Kestutis Zeimys. Der 19-Jährige, der vier Tage zuvor aus einem sechswöchigen Trainingslager in China zurückgekehrt ist, liegt somit mit einer phänomenalen 13:2-Bilanz wieder auf Platz zwei in der Spieler-Rangliste der Liga.
Für Hochspannung war einmal mehr Moullet zuständig. Gegen Zeimys ging der zweifache Schweizermeister, in einem unglaublichen Match, dank zwei in der Verlängerung gewonnen Sätzen in Führung, musste den Litauer aber trotzdem ausgleichen lassen, obwohl er im vierten Durchgang fünf Matchbälle hatte. Dank den Anweisungen von Coach Alec Tarashev konnte sich der YSZ’ler aber rechtzeitig davon erholen und entschied den Entscheidungssatz mit 11-8 für sich. Auch gegen Samuel Amann musste Moullet überraschenderweise über die volle Distanz und war nach drei Durchgängen sogar in Rückstand geraten. Als der Neuenburger sich aber wieder auf das Spiel konzentrieren konnte, wurde seine spielerische Überlegenheit wieder deutlich. So steuerte er schliesslich den letzten Punkt zum 6:0-Endstand bei. Da Lugano am selben Abend Schweizermeister Carouge unterlag übernahmen die Young Stars somit zwischenzeitlich sogar die Tabellenführung!


Desaströser Beginn in Muttenz

Ganz anders war die Gefühlslage zu Beginn dann am nächsten Tag in Muttenz. Robertson verzweifelte an den Aufschlägen und Rückhandtopspins des wieder erstarkten Pedro Osiro, der die Schweiz am diesjährigen Europe Top 16 vertreten wird (herzliche Gratulation!) und unterlag gleich mit 0-3. Auf dem Nebentisch war Karin, der für den angeschlagenen Keusch in die Aufstellung rückte, gegen ex-Clubkollege Numa Ulrich lange auf gutem Weg, vier ausgelassene Chancen auf eine 2:0-Satzführung wurden dem Kapitän der YSZ’ler aber bei der Fünfsatz-Niederlage zum Verhängnis. Da er diesen Rückschlag nicht vor dem zweiten Einzel wegstecken konnte und Moullet trotz wettgemachter 0:2-Hypothek Cédric Tschanz doch noch unterlag, führte das Heimteam bereits mit 4-0 und alles deutete drauf hin, dass die Stadtzürcher noch warten würden müssen um ihr Playoff-Ticket zu sichern.


Punkteteilung dank unglaublicher Moral

Mit dem Rücken förmlich zur Wand stiegen Moullet und Robertson also in die Box für ihre zweiten Einzel. Doch der Kampfgeist der Young Stars machte sich, einmal mehr, bemerkbar. Moullet liess gegen Ulrich zwar oft die letzte Konsequenz vermissen, verwertete aber schliesslich seinen vierten Matchball mit einem ausserirdischen Rückhand-Kracher! Auf dem Nebentisch lieferte sich Robertson mit Tschanz ein ebenso spannendes Duell, wo der Muttenzer beim Stand von 2:1-Sätzen und 6:3-Punkten wie der sichere Sieger aussah. Das Timeout von Profitrainer Markus Baumann hatte aber die erhoffte Wirkung und so konnte Robertson den Spiess, dank eines tödlichen Netzrollers, zu seinem Gunsten wenden. Die Partie war noch nicht verloren!

Im Doppel setzten die Gäste erwartungsgemäss auf Karin und Moullet, während Muttenz wie gewohnt Osiro/Tschanz, die Schweizermeister von 2023, ins Rennen schickte. Die zwei ausgezeichnet eingespielten Paarungen lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, wo die YSZ’ler zweimal einen Satzrückstand aufholen mussten, ehe ihnen im Entscheidungssatz ein 7-3 entglitt und die Nerven der Zuschauer komplett blank lagen. Mit 12-10 nutzten Karin und Moullet aber ihren zweiten Matchball doch noch und brachten den Gästeblock regelrecht zum Beben. Der Sieg hatte ausserdem zur Folge, dass das beste Duo der vergangenen Saison nun auch in dieser Spielzeit wieder die Führung in der Doppel-Rangliste übernahm.

Der Rückstand war minimiert und Karin lieferte gegen Tschanz eine tolle Partie ab, die ihren letzten vier Aufeinandertreffen, welche alle in den Entscheidungssatz gingen, keinerlei nachstand. Leider vergab der Zürcher Captain in den Sätzen eins und vier insgesamt drei Satzbälle und unterlag seinem ehemaligen Vereinskollegen (Karin spielte von 2015 bis 2017 für Muttenz) denkbar knapp. Da Moullet aber wenige Augenblicke später gegen Osiro die Revanche für die Niederlage im Finale des Montreux-Qualifikationsturniers gelang, hatte Robertson im zehnten und letzen Spiel die Möglichkeit das Unentschieden und damit den Playoff-Platz für YSZ endgültig zu sichern. 
Zu diesem Zeitpunkt waren bereits deutlich über vier Stunden seit Spielbeginn vergangen, anhand der Intensität von Robertson und Ulrich hätte dies aber kaum keiner denken können. Ulrich, der ja mit Keusch das Trainingslager in China absolviert hatte, wehrte sich mit allen Mitteln und gestaltete die Angelegenheit extrem ausgeglichen. Am Ende machte sich die Erfahrung von Robertson aber bemerkbar und der Waliser verwertete seinen zweiten Matchball zum 12-10 im vierten Satz und löste grenzenlose Ekstase bei allen Young Stars aus (dass Lugano somit wieder die Tabellenführung übernehmen konnte, war zu diesem Zeitpunkt allen YSZ’lern egal). Nach einer sagenhaften Spielzeit von vier Stunden und 50 Minuten (!!!!) war die mirakulöse Aufholjagd vollbracht und das Saisonziel, einen Platz unter den ersten vier zu ergattern, bereits drei Runden vor Schluss Tatsache! “Diesen Nachmittag wird niemand so schnell vergessen”, äusserte sich der anwesende YSZ-Präsident Emre Imamoglu zum Marathon-Match.


Erster Playoff-Halbfinal seit 2007

Somit können sich die STTL-Herren des TTC YSZ im Frühling auf die ersten Playoff-Halbfinals seit 19 Jahren freuen! Während Karin, Moullet und Posch bereits (positive) Erfahrungen haben mit solchen Spielen, werden diese dagegen für das YSZ-Eigengewächs Keusch, der am Tag vor dem Match gegen Neuhausen 19 wurde, eine Premiere sein. “Es ist ein unglaubliches Gefühl, wir haben uns das diese Saison wirklich verdient und freuen uns natürlich sehr über die Qualifikation! Wir sind aber noch nicht am Ende unserer Mission und wollen weiter Gas geben!”

Der Verein gratuliert der Mannschaft und ihren zwei Coaches ganz herzlich und wünscht bereits jetzt viel Erfolg für die Playoffs!



Neuhausen 0-6 Young Stars Zürich
Samuel Amann (A17) 0-3 Adam Robertson (A21): 5-11, 3-11, 5-11
Pekka Pelz (A20) 1-3 Noe Keusch (A20): 5-11, 10-12, 11-9, 5-11
Kestutis Zeimys (A20) 2-3 Barish Moullet (A20): 10-12, 12-14, 11-7, 17-15, 8-11
Pelz 0-3 Robertson: 8-11, 4-11, 7-11
Amann 2-3 Moullet: 7-11, 11-8, 11-9, 3-11, 8-11
Zeimys 0-3 Keusch: 9-11, 7-11, 9-11


Rio-Star Muttenz 5:5 Young Stars Zürich
Numa Ulrich (A19) 3-2 Filip Karin (A19): 8-11, 15-13, 11-4, 8-11, 11-3
Pedro Osiro (A20) 3-0 Adam Robertson (A21): 11-9, 11-8, 11-6
Cédric Tschanz (A20) 3-2 Barish Moullet (A20): 11-9, 11-7, 6-11, 6-11, 11-6
Osiro 3-1 Karin: 10-12, 11-6, 11-4, 11-5
Ulrich 1-3 Moullet: 11-13, 9-11, 11-8, 9-11
Tschanz 2-3 Robertson: 12-10, 11-13, 11-8, 10-12, 9-11
Osiro/Tschanz 2-3 Karin/Moullet: 11-6, 9-11, 11-6, 6-11, 10-12
Osiro 2-3 Moullet: 11-8, 5-11, 7-11, 11-5, 6-11
Tschanz 3-1 Karin: 14-12, 4-11, 11-7, 13-11
Ulrich 1-3 Robertson: 11-6, 8-11, 8-11, 10-12

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