An den diesjährigen Nachwuchs Schweizermeisterschaften in Schaffhausen konnte der TTC YSZ, nach einer enttäuschenden Ausbeute im Vorjahr, wieder zurück auf die Erfolgsspur der letzten Saisons finden und zehn Podestplätze bejubeln, darunter vier Meistertitel! Aus organisatorisch gab es eine Veränderung. Aufgrund des seit dieser Saison in Kraft getretenen Klassierungssystems fanden die U11/U13-Serien, erstmals seit 2022, wieder am Samstag statt, während die älteren TeilnehmerInnen am Sonntag im Einsatz standen.
Samstag
Am ersten Tag standen sechs YSZ’ler im Einsatz: Kelian Morandi und Laszlo Vollant (U11 Knaben); sowie Khean Buchweitz, Ethan Perez, Arthur Porritt und Luis Sudano (U13 Knaben). Als Coaches fungierten Markus Baumann, Alec Tarashev, Dominik Mätzener und Stephanie Morandi.
Die SM startete wie schon letztes Jahr mit dem gemischten Doppel. Und gleich in der ersten Serie des Tages gab es für den Zürcher Traditionsclub auch die erste Medaille. Kelian erreichte mit Elodie Snga (Rossens) bei den U11 das Halbfinal, wo sich die nachmaligen Sieger als viel zu hohe Hürde erwiesen.
Im U13 Mixed zeigten Arthur und Khean, die mit Luzia Hess (Affoltern am Albis) resp. Julijana Drobnjak (Bremgarten) antraten, ebenfalls starke Leistungen, mussten sich aber jeweils im Viertelfinal geschlagen geben.





Im U11 Knaben Doppel feierte Laszlo, der jüngste lizenzierte YSZ’ler, mit Krishmi Botudi (Gland) einen hart erkämpften Erfolg im Startspiel und traf anschliessend im Achtelfinal auf Kelian, der mit dem Klotener Dhruv Jadhav antrat. Die topgesetzten Kelian/Dhruv bestätigten hier ihre Favoritenrolle klar, wurden danach aber von zwei Spielern aus Baar schockiert und verpassten somit das Podest.
Besser waren die Resultate dafür im U13 Knaben Doppel. Ethan und Arthur bildeten ein starkes Duo, welches im Achtelfinal aber mit den Genfern Fournier/Alvarez auf eine scheinbar zu hohe Hürde traf. Die ersten zwei Sätze schienen dies zu bestätigen, wo die Stadtzürcher lediglich acht Punkte gewannen. Doch Arthur und Ethan liessen sich zu keiner Sekunde davon runterkriegen und lancierten eine unfassbare Aufholjagd. Im dritten Satz wahrten sie mit 12-10 die Nerven und feierten mit einem ebenso knappen 11-9 anschliessend den Ausgleich. Der fünfte Durchgang reflektierte die Partie dann zutreffend. Fournier/Alvarez legten wieder vor, ehe die YSZ’ler Punkt um Punkt aufholten und die Spannung beim Stand von 8-8 den Höhepunkt erreichte. Leider sollte dieses unfassbare Drama kein Happy End haben. Die Gegner gewannen die nächsten drei Punkte und beendete den Lauf der Zürcher.

Die grosse Erfolgsgeschichte des Tages war hier Khean und sein Dauerrivale Livio Antonilli (Uster), die nach sechs Aufeinandertreffen diese Saison für einmal gemeinsam auf Punktejagd gingen. Und das Duo gab von Beginn weg Vollgas. Die ersten zwei Matches waren leichte Beute, bevor ihnen im Viertelfinal die höher klassierte Paarung Weber/Knobel gegenüberstand. Der Startsatz verlief sehr dramatisch, mit 15-13 hatten die Zürcher aber das bessere Ende für sich. Davon sichtlich angetrieben, drehten sie anschliessend voll auf und sicherten sich ohne Satzverlust schon mal eine Medaille. Nun stellte sich die Frage welche Farbe sie sein würde. Im Halbfinal wartete mit den Genfern Favrod-Coune/Madi nicht nur ein insgesamt doppelt so hoch klassiertes Duo, sondern auch noch ein Materialspieler auf sie. Doch Khean und Livio spielten weiterhin unerschrocken, gingen in Führung und kamen auch zu Chancen nachzudoppeln. Leider ging der zweite Satz aber sehr ärgerlich mit 12-14 flöten. Würde das die Wende für die Genfer einleiten? Nichts da! Dank den Anweisungen von Coach Zsolt Hollo kehrten Khean und Livio wieder voll fokussiert an die Platte zurück und drückten zunehmend auf das Gaspedal. Kaum einer konnte seinen Augen trauen, als die Zürcher die Sätze drei und vier nach Belieben dominierten und schliesslich den hoch verdienten Finaleinzug bejubeln durften.
Im Endspiel trafen sie dann auf die topgesetzten Trinh/Raimbaud (ZZ-Lancy) gegenüber, welche später im Einzel auch das Finale untereinander austragen würden. Gegen die zwei stärksten Spieler dieser Altersklasse lag aber leider kein Wunder mehr drin und so mussten sich Khean und Livio den Genfern klar in drei Sätzen beugen. Enttäuscht brauchen sie aber keineswegs zu sein, denn mit dem zweiten Platz übertrafen die zwei bereits wirklich alle Erwartungen!

Nach einer erholsamen Mittagspause waren nun die Einzelkategorien an der Reihe. Bei den U13 Knaben holte sich Khean ohne Probleme den Gruppensieg, während Arthur und Ethan auf dem zweiten Rang ebenfalls das Hauptfeld erreichten. SM-Debütant Luis verkaufte seine Haut teuer, konnte in seinem zweiten Match aber eine 2:1-Führung nicht ins Ziel retten und schied leider aus.
Viel länger ging das Abenteuer aber leider auch für Arthur nicht weiter. Der jüngere Porritt machte gegen den höher dotierten Jonathan Lawrence (Gland) einen 0:2-Rückstand wett, im Entscheidungssatz fehlten ihm aber die Kräfte um nochmals eine Schippe raufzulegen. Ethan reüssierte dagegen klar mit 3-0 und stiess zum direkt in der zweiten Runde startenden Khean hinzu. Leider war aber hier für beide Endstation. Während Ethan’s Niederlage gegen den späteren Schweizermeister keine Überraschung war, haderte Khean zurecht mit seiner Leistung, da er an seine bisherigen Auftritte des Tages nicht anknüpfen konnte. Mit der grandiosen Silbermedaille vom Doppel im Gepäck kann der Linkshänder aber trotzdem auf eine erfolgreiche SM zurückblicken.



Bei den U11 Knaben musste sich Laszlo nach zwei (sehr) knappen Niederlagen leider vorzeitig beugen. Kelian, der nach seinem dritten Rang an der Top 8 zu den Medaillenkandidaten zählte, wurde in den Gruppenspielen seiner mit zwei 3:0-Erfolgen (u.a. gegen den Bruder von Khean) gerecht. In den k.o-Spielen wurde der Zehnjährige dann hart gefordert, überstand die nächsten zwei Spiele aber ebenfalls und feierte auch eine gelungene Revanche fürs Doppel bei einem der Baarer.
Im Viertelfinale wartete dann Yacine Chabane (ZZ-Lancy). In den ersten drei Sätzen musste der Neuzugang von Meilen-Männedorf mächtig schwitzen. Der mit 12-10 gewonnene zweite Durchgang hielt den Zehnjährigen aber noch in der Partie. Und nun konnte Kelian die Anweisungen seiner Mutter deutlich besser umsetzen. Eine Gala-Show in Satz vier glich die Angelegenheit abermals aus, ehe Kelian im Fünften mit 11-7 die Oberhand behielt und damit seine erste Einzelmedaille an einer NW SM sicherte. Dieser Exploit kostete dem YSZ’ler aber am Ende zu viel Kraft. So musste er sich im Halbfinal einem brillierenden Leonard La Spada (Veyrier) geschlagen geben, welcher anschliessend auch Topfavorit Adrian Feret (Versoix) im Endspiel bezwingen sollte.



Sonntag
Am Sonntag gingen dann eine Rekordzahl von elf YSZ’lern auf Medaillenjagd: Noe und Lenni Keusch (U19 Knaben); Noah Aksöz und Nicolas Naef (U17 Knaben); und mit Balthazar Porritt, Arthur Masurel, Daniel Pigrum, Marius Naef, Dan Karpisek, Niklas Bichsel und Lizhang Zhou unfassbare SIEBEN bei den U15 Knaben. Das Coaching-Aufgebot um Emre Imamoglu, Noah Caneel, Julian Busslinger, Josua Karpisek, Rainer Schär, sowie die bereits am Vortag engagierten Markus und Alec wussten also, dass es auch auf sie ein langer Tag wartete.
Bei den Mixed U15 liebäugelte man nach der Auslosung mit einem kompletten YSZ-Podest, bildeten Daniel, Lizhang, Arthur und Balthazar mit ihren jeweiligen Partnerinnen die Nummern eins bis vier der Setzliste. Leider haben die Schweizermeisterschaften aber bekanntlich ihre eigenen Gesetze. Lizhang und Lin Yun Wei (Zürich-Affoltern), im Vorjahr sensationelle Vizemeister bei den U13, bissen sich an Dang/Coronado mit 9-11 im Entscheidungssatz die Zähne aus, während Arthur an der Seite von Julia Gajewska (St. Gallen) ebenfalls mit 2-3 verlor und damit das Traumhalbfinal gegen Daniel verpasste. Diesem war zusammen mit Tasnim Jaber (Uster) der Sprung aufs Treppchen geglückt. Die beiden Zürcher erlebten gegen Provenzano/Davis (St. Gallen) Anlaufschwierigkeiten, erholten sich aber von zwei Satzrückstände und sicherten sich nach einem tollen 11-3 im fünften Durchgang die Medaille! Hier trafen sie nun auf die Paarung Li/Lai (Uster / ZH-Affoltern), gegen die man sich gute Chancen ausrechnen konnte. Doch der Schiedsrichter, A. Schmid, sollte ihnen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machen, indem er Daniel’s Schläger vor Spielbeginn für defekt erklärte. Davon sichtlich verunsichert fand der Österreicher nie den Tritt in die Partie und so erlosch der Finaltraum, trotz einer überragenden Leistung von Tasnim, mit 1-3.
Glücklicherweise resultierte in dieser Kategorie trotzdem der erste Titel dieser Nachwuchs SM. Balthazar und Ilvi Ulrich (Rapperswil-Jona), die Nummer eins unserer STTL Women, rechtfertigten ihre klare Favoritenrolle und konnten sich nach einem ungefährdeten 3:1 die Goldmedaillen umhängen lassen.



Und der Zweite liess dann nicht lange auf sich warten. Noe startete an der Seite von Ruoqi Wei (Zürich-Affoltern) im U19 Mixed als die haushohen Favoriten und marschierten ohne Probleme ins Finale, wo sie auf zwei unserer ehemaligen NLB-Spieler trafen, Adèle Burgat (Affoltern A/A) und Severin Scherer (Rio-Star Muttenz). Angetrieben von ihrem Coach Tobias Klee, ebenfalls ein langjähriger NLB-Spieler YSZ’s (natürlich), forderten die Underdogs die favorisierten Stadtzürcher bis zum letzten Satz. Am Ende machte sich die individuelle Klasse der STTL-Spieler aber bemerkbar und die zwei künftigen Bundesligisten sicherten sich den Titel mit 3-2!


Im Knaben Doppel U17 kam Neuzugang Noah und Partner Noah Nash (Basel) nicht in die Gänge und verlor das Startspiel mit 0-3. Am anderen Ende der Gefühlswelt befand sich Ilvi im Mädchen Doppel U17, die zusammen mit ihrer ewigen Partnerin Akhyata Patra (Neuhausen) ohne Satzverlust zum nächsten Titel durchmarschierte.

Im Knaben Doppel U15 schickte YSZ dann vier Paarungen ins Rennen: Marius/Niklas, Balthazar/Arthur und Daniel/Lizhang, während Dan mit Finnien Schwarz (Affoltern am Albis) antrat. Leider blieben die Erfolge aus: Marius/Niklas, in ihrem “last dance”, zeigten gute Ansätze, unterlagen aber nach zwei sehr ärgerlich verlorenen Sätzen mit 0-3; Finnien/Dan kämpften ebenfalls gegen deutlich höher klassierte Gegner grossartig, unterlagen aber knapp; und schliesslich scheiterten Lizhang und Daniel, die sicherlich noch etwas mit dem Mixed Doppel zu hadern hatten, nach grosser Aufholjagd mit 11-13 im Entscheidungssatz (und einem vergebenen Matchball) doch noch.
Damit waren Arthur und Balthazar schnell die letzte verbliebene YSZ-Vertretung. Nach einem gelungenen Auftritt bezwangen sie schliesslich im Viertelfinal eine Westschweizer Paarung in fünf dramatischen Sätzen und sicherten ihre zweite gemeinsame SM-Medaille. Auch im anschliessenden Halbfinal gegen Ander/Stalder (Luzern/Sarnen) war man alles andere als chancenlos, doch die Stadtzürcher verloren alle drei Sätze mit der Minimaldifferenz von zwei Punkten und mussten sich somit mit Bronze begnügen.


In der haushohen Favoritenrolle startete dagegen Noe auch im Knaben Doppel U19 an der Seite von Severin, gerade nachdem man sich im Mixed-Finale noch gegenüber gestanden war. Die beiden langjährigen Doppelpartner erreichten erwartungsgemäss das Finale ohne Probleme, gerieten hier aber auf einmal mit 0:2 in Rückstand. Dank den Anweisungen von Coach Lionel Weber drehten die zwei aber den Spiess um und waren beim Stand von 7-3 kurz vor ihrem fünften gemeinsamen SM-Titel. Doch das Drama nahm nun die nächste Wende und so waren es tatsächlich die Genfer, welche zuerst zum Matchball kamen. Dreimal hielten die Nerven von Noe und Sevi dem Druck stand, ehe sie ihre erste Chance zum 14-12 nutzten und sich in ihrem letzten Jahr als Nachwuchsspieler nochmals den Doppeltitel sicherten!



Nach den Erfolgen vom Morgen war die Devise am Nachmittag nun anzuknüpfen und die Ausbeute zu erweitern. Doch für Nicolas und Noah war das Niveau bei den U17 Knaben schlicht zu hoch. Ersterer konnte trotz couragiertem Auftritt keinen Satz für sich entscheiden, während Noah in den ersten zwei Einzeln nahe am Exploit war, aber beide mit 1-3 verlor und schliesslich ebenfalls ohne Sieg ausschied.
Ganz anders war die Geschichte im U15. Bei den Mädchen wurde Ilvi ihrer Favoritenrolle einmal mehr gerecht und marschierte ohne Satzverlust ins Finale. Hier wartete Lin Yun Wei. Die Mixed-Partnerin von Lizhang bot harte Gegenwehr, doch am Ende erwies sich Ilvi als abgeklärter und sicherte sich in vier Sätzen ihren zweiten Einzeltitel an einer Nachwuchs SM!


Bei den Jungs war ihr Mixed-Partner Balthazar, zusammen mit den drei anderen Favoriten, ebenfalls für das Hauptfeld gesetzt. Mit Arthur M, Daniel und Dan stiessen dann gleich drei seiner Vereinskollegen als souveräne Gruppensieger zu ihm hinzu, während Lizhang ebenfalls ungefährdet als Zweiter ebenfalls weiterkam. Für Niklas sollte die letzte SM dagegen vorzeitig enden, nachdem er beide Gruppenspiele verlor. Immerhin: gegen den viel höher klassierten Fynn Ander (Rapid Luzern) zeigte der Teenager nochmals sein ganzes Können und unterlag erst mit 12-14 im vierten Satz.
Leider erwischte Doppelpartner Marius am Ende einer sehr erfolgreichen Saison ebenfalls einen schwarzen Tag. Der Linkshänder war im (absehbaren) Duell um Platz zwei super gestartet, verlor aber nach einer 2:0-Führung komplett den Faden, während sein Kontrahent Dario Müller (Bremgarten) immer besser ins Spiel fand und schliesslich das Blatt wendete. Nach der darauffolgenden Niederlage gegen Léon Barke (Lausanne) war das Turnier und damit die Saison für Marius leider vorbei.


In der k.o-Phase war Lizhang dann gegen Barke ebenso chancenlos war wie zuvor Marius. Dagegen feierte Dan, YSZ’s MVP dieser Saison, gegen Joshua Provenzano (St. Gallen) einen gigantischen Coup. Der jüngere Karpisek-Bruder wuchs über sich hinaus und liess seinem Kontrahenten nicht den Hauch einer Chance. Somit erreichte er erstmals an einer SM das Achtelfinal, wo ihm nun der Topfavorit Arthur Loustalot (ZZ-Lancy) gegenüberstand. Dieser bestätigte in den ersten zwei Sätzen seine Rolle eindrücklich, danach fand Dan aber immer besser ins Spiel und servierte beim Stand von 10-7 im vierten Satz sogar zum 2:2-Ausgleich! Einmal mehr liess Loustalot aber seine ganze Klasse aufblitzen und drehte den Spiess mit fünf Punkten in Serie zu seinem Gunsten und beendete somit die grandiose SM von Dan! Leider erlitt Arthur M in dieser Runde ein ähnliches Schicksal. Nach vier mitreissenden Sätzen auf absoluter Messer’s Schneide gegen Lokalmatador Aidan Amstad, zog der junge Franzose leider ebenfalls in der Verlängerung von Durchgang vier den Kürzeren und schied aus.
Während Balthazar auch sein zweites Einzel des Tages ohne Probleme gewann, traf Daniel, der ebenso souverän in diese Runde marschiert war, auf Ander. Der Startsatz ging noch an den Luzerner, nachher zeigte der Spitzenspieler von YSZ 5 weshalb er in dieser Spielzeit acht Einzeltitel und einen Aufstieg bejubeln konnte und qualifizierte sich, erstmals seit drei Jahren, für den Viertelfinal im Einzel.
Nun wartete mit Silas Stalder (Sarnen) eine Aufgabe, die für den Österreicher bisher als unmöglich galt. In ihrem ersten von zehn Aufeinandertreffen hatte Daniel noch den ersten Satz gewonnen, seither waren aber die nächsten 30 an den NLC-Spieler, der diese Saison über zwei Drittel seiner Einzel gewonnen hat, gegangen. Doch an diesem Nachmittag schien Coach Emre Imamoglu die richtige Taktik gefunden zu haben. Zwar ging der Startsatz, trotz tollem Beginn, mit 10-12 verloren, im Zweiten legte Daniel aber nochmals zu und schaffte es seine fünfte Chance zum 11-9 zu verwerten. Satz drei war dann eine klare Angelegenheit zugunsten Stalder’s, ehe Daniel sich abermals zurückkämpfte und den Favoriten erstmals über die volle Distanz zwang. Leider sollte Stalder hier gleich zu Beginn eine Führung erarbeiten, die er dann nicht mehr preisgab, womit Daniel’s Medaillentraum leider erlosch. Doch auch wenn die SM nicht unbedingt die erwünschten Resultate produziert hat, kann der 3. Liga-Spieler wirklich stolz sein auf das Gezeigte, hat er doch einen auf dem Papier überlegenen Kontrahenten an den Rand einer Niederlage gebracht und das an einem Tag, an dem alles gegen ihn zu laufen schien!
Auf der anderen Seite des Tableaus war Balthazar in seinem Match gegen Severin Fischer (Rio-Star Muttenz) dagegen klar favorisiert. Und der Schützling von Coach Alec, der in Muttenz gross geworden ist, demonstrierte diese Rolle eindrücklich und sicherte sich, nach der so bitteren Niederlage gegen Barke im Vorjahr, mit 3-0 seine erste nationale Einzelmedaille. Nun wartete Lokalmatador Aidan Amstad, gegen den Balthi noch nie hatte gewinnen können. Der Startsatz ging mit 11-9 an den Neuhauser, Balthazar antwortete sofort mit einem dominanten 11-3. Nun folgte der wegweisende dritte Durchgang, welcher nach langer Führung des YSZ’lers in die Verlängerung ging. Mit 15-13 hatte Balthazar aber die besseren Nerven und ging erstmals nach Sätzen in Front. Und damit war die Entscheidung gefallen. Denn in Satz vier liess Balthazar nichts mehr anbrennen und qualifizierte sich zur grossen Freude seiner Vereinskollegen für das Endspiel gegen Loustalot, welcher wiederum Stalder in fünf Sätzen bezwungen hatte.
Leider sollte sich der lange Tag bei Balthazar nun bemerkbar machen. Loustalot übernahm von Beginn weg das Spieldiktat und sicherte sich in drei Sätzen verdientermassen den Schweizermeistertitel. Trotzdem hielt sich die Enttäuschung beim YSZ’ler in Grenzen, hat er doch zum Ende einer tollen Rückrunde am wichtigsten Anlass des Jahres einen kompletten Medaillensatz gewinnen können!


Bei den U19 Knaben stellte YSZ dann noch zwei Trümpfe: Noe ging natürlich als überwältigender Favorit ins Turnier, während Lenni, der vor zwei Jahren bei den U17 ja ins Finale gekommen war, ebenfalls wieder etwas reissen wollte. Seine ersten zwei Matches gewann der NLC-Spieler ganz klar, unter anderem gegen den zukünftigen YSZ’ler Amos Gygax (Lugano). Im letzten Spiel ging es dann gegen Tomas Hofer (Carouge) um den Gruppensieg, gegen den er nicht immer Erfolgserlebnisse erlebt hat. Ein gutes Omen: an beiden bisherigen SM-Duellen hatte sich Lenni in einem (effektiven) k.o-Spiel durchgesetzt und anschliessend eine Medaille geholt (darunter 2024). Es entstand erneut ein harter Kampf, wo der jüngere Keusch aber schliesslich in fünf Sätzen die Oberhand behielt und damit im Achtelfinale auf Luca Marchi (UGS-Chênois) traf, ein Sieg entfernt von einem familieninternen Duell. Doch die Neuauflage des U17-Finals von 2024 blieb uns verwehrt…Marchi gewann einen spektakulären Abnützungskampf in fünf Sätzen.
Wenig überraschenderweise sollte Noe, der direkt ins Hauptfeld gesetzt war, seinen Bruder aber revanchieren. Nach einem ebenso ungefährdeten 3:1 wie zuvor, bzw. danach gegen Maël Michaelis (Burgdorf), resp. Andrija Andric (Basel) stand YSZ’s Nummer eins im Endspiel, wo es im letzten Anlauf endlich zum Traumduell mit Severin kam.


Zum Abschluss ihrer allerletzten NW SM boten die zwei Freunde den Zuschauern dann nochmal einen Match mit sehenswerten Ballwechseln. Sevi wehrte sich im 20. Aufeinandertreffen wirklich mit allen Mitteln, doch am Ende demonstrierte Noe, der mit einer Ausnahme all ihrer Direktduelle gewonnen hat, weshalb er zu den allerbesten Spielern der Schweiz zählt und sicherte sich mit 11-7, 11-8 und 11-8 seinen insgesamt zehnten Titel an den Nachwuchs Schweizermeisterschaften. Der letzte Spieler, mit einer zweistellige Anzahl Meistertitel bei den Junioren? Lionel Weber (sein Coach im Knaben Doppel).
«Heute habe ich konzentriert gespielt und mich gut gefühlt. Besonders auf drei Gewinnsätze muss man jederzeit bereit sein, da es sonst schnell brenzlig werden kann. Das ist mir gut gelungen. Im Doppel haben wir es nach dem 0:2 gut geschafft, uns in den Match zurückzukämpfen. Es ist toll, nach vielen Jahren im Doppel mit Severin nochmals diesen Titel zu holen», resümierte Noe den Tag, an dem er erstmals an einer NW SM mit drei Goldmedaillen die Heimreise antrat.



An dieser Stelle nochmals herzliche Gratulation an all unsere Medaillengewinner, allen voran Noe, Balthazar, Ilvi und Severin und vielen Dank an den TTC Neuhausen für die Organisation und natürlich an all unsere Coaches, die an diesem Wochenende den Weg nach Schaffhausen auf sich genommen haben!



Resultatübersicht:
Samstag
3. Rang Mixed U11: Kelian Morandi und Elodie Snga (Rossens)
5. Rang Mixed U13: Arthur Porritt und Luzia Hess (Affoltern am Albis)
5. Rang Mixed U13: Khean Buchweitz und Julijana Drobnjak (Bremgarten)
5. Rang Knaben Doppel U11: Kelian Morandi und Dhruv Jadhav (Kloten)
9. Rang Knaben Doppel U11: Laszlo Vollant und Krishmi Botudi (Gland)
2. Rang Knaben Doppel U13: Khean Buchweitz und Livio Antonilli (Uster)
9. Rang Knaben Doppel U13: Ethan Perez und Arthur Porritt
3. Rang Knaben U11: Kelian Morandi
Sonntag
1. Rang Mixed U15: Balthazar Porritt und Ilvi Ulrich (Rapperswil-Jona)
3. Rang Mixed U15: Daniel Pigrum und Tasnim Jaber (Uster)
5. Rang Mixed U15: Arthur Masurel und Julia Gajewska (St. Gallen)
5. Rang Mixed U15: Lizhang Zhou und Lin Yun Wei (Zürich-Affoltern)
1. Rang Mixed U19: Noe Keusch und Ruoqi Wei (Zürich-Affoltern)
3. Rang Knaben Doppel U15: Arthur Masurel und Balthazar Porritt
9. Rang Knaben Doppel U15: Lizhang Zhou und Daniel Pigrum
9. Rang Knaben Doppel U15: Dan Karpisek und Finnien Schwarz (Affoltern am Albis)
1. Rang Mädchen Doppel U17: Ilvi Ulrich (Rapperswil-Jona) und Akhyata Patra (Neuhausen)
9. Rang Knaben Doppel U17: Noah Aksöz und Noah Nash (Basel)
1. Rang Knaben Doppel U19: Noe Keusch und Severin Scherer (Rio-Star Muttenz)
2. Rang Knaben U15: Balthazar Porritt
5. Rang Knaben U15: Daniel Pigrum
9. Rang Knaben U15: Dan Karpisek
9. Rang Knaben U15: Arthur Masurel
1. Rang Mädchen U15: Ilvi Ulrich (Rapperswil-Jona)
1. Rang Knaben U19: Noe Keusch
9. Rang Knaben U19: Lenni Keusch

