Elite Schweizermeisterschaften 2026: Barish Moullet siegt im Herren Doppel

Die diesjährigen Schweizermeisterschaften der Elite wurden in Tenero ausgetragen. Der TTC YSZ wurde bei den Herren durch sieben seiner Nationalligaspieler vertreten: Noe Keusch, Samir von Däniken, Filip Karin, Lars Posch, Barish Moullet, Noah Caneel und Gian Stifter; bei den Damen standen neben Eigengewächs Jill Wildberger noch vier weitere NL-Spielerinnen im Einsatz, welche die Damenmeisterschaft für YSZ bestreiten: Ilona Renold (Bremgarten), Ilvi Ulrich (Rapperswil-Jona), Seraina Rosset (Horgen) und Adèle Burgat (Affoltern A/A). 
Für Samir und Barish war es zudem ein spezieller Austragungsort, hatten sie doch hier vor zehn Jahren, als die SM letztmals im Tessin über die Bühne ging, ihren ersten Einsatz am wichtigsten Turnier des Jahres gehabt. Barish, damals gerade 13 Jahre alt, hatte in seinem allerersten Match im Doppel gegen die YSZ-Legenden Basil Lörtscher und Dominik Moser gespielt. Nun, 10 Jahre später, sollte er im Dress des Zürcher Traditionsvereins einen historischen Erfolg feiern. 


Samstag 

Wie üblich startete der Samstag mit dem Mixed Doppel. Barish musste an der Seite von Nina Tullii (La Chaux-de-Fonds) einen phänomenalen Start von ex-YSZ’ler Severin Scherer (Rio-Star Muttenz) und dessen Partnerin Emily Wu (Uster) hinnehmen, ehe die Neuenburger den Spiess drehten und gegen Champod/Maurer (Bernex) die Chance aufs Podest hatten. In einem packenden Match mit vielen spektakulären Ballwechseln gelang es Barish und Nina dann auch dank einem Schlussfurioso im Entscheidungssatz den Sieg an sich zu reissen und ihre zweite gemeinsame Medaille zu sichern. Zeitgleich war auf dem Nebentisch sein Mannschaftskapitän Filip mit Akhyata Patra (Neuhausen) gegen die haushohen Favoriten, Doutaz/Rebetez (ZZ-Lancy), nahe am Exploit. Die amtierenden Ostschweizer Meister kämpften sich auf heroische und dramatische Weise zurück in die Partie, unterlagen letztendlich aber leider nach zwischenzeitlicher Führung im Entscheidungssatz mit 11-13!

In der unteren Tableauhälfte waren gleich sieben unserer SpielerInnen am Start. Leider war für Samir und Partnerin Mara Aebersold (Wetzikon) das erste Spiel auch das Letzte. Dasselbe galt auch für Seraina und Ben Meier (ABTT), die in einer durchaus sehenswerten Partie an Ilvi und Patrick Jund (Wädenswil) scheiterten, welche wiederum anschliessend gegen Lars und U13-Europameisterin Michelle Wu (Uster) chancenlos untergingen. 

Auch Jill und Noah starteten, mal wieder, mit einem Duell gegen alte Bekannte in die SM, nämlich gegen Adèle, die mit Vereinskollege Adrian Raschle spielte. Jill und Noah starteten hervorragend und gingen mit 2-0 in Führung, ehe die Affolterner auf beeindruckende Weise zurückschlugen und einen Entscheidungssatz erzwangen. In diesem fanden Noah und Jill aber wieder das Erfolgsrezept und setzten sich mit 11-9 doch noch durch! Leider war das Achtelfinale für die zwei Freunde auch bei ihrer dritten gemeinsamen SM Endstation. An Spuhler/Hu (Rio-Star Muttenz) gab es für die Zürcher kein Vorbeikommen und sie verpasste das Traum-Viertelfinale gegen Lars/Michelle. Diese machten es aber glücklicherweise dann besser. In vier hart umkämpften Sätzen setzten sich der YSZ’ler und sein Schützling durch und bejubelten ihre Qualifikation für den zweiten Turniertag. Für Michelle war es die erste Medaille (von vielen) bei der Elite (ihre erste im NW-Bereich kam ebenfalls an der Seite eines YSZ’lers). Für Lars, der in den letzten Jahren mit Long COVID zu kämpfen gehabt hatte, war es die erste SM-Medaille seit 2020, damals im Herren Doppel mit Filip. 

Und mit seinem langjährigen Mannschaftskameraden/Mitbewohner ging es dann anschliessend weiter. Die erste Runde überstanden sie problemlos, bevor es im Achtelfinale zu einem wahren Gipfeltreffen gegen Yoan Rebetez und Chaitanya Vepa (beide ZZ-Lancy) kam. Von Beginn weg zeichnete sich schnell ab, dass dies eines der besten Matches der SM werden würde. Der Startsatz ging nach einem zeitlich hervorragenden Timeout von Coach Markus Baumann mit 12-10 an die Zürcher und auch in den nächsten zwei fehlten den Young Stars zwischenzeitlich nur ein Punkt zum Gewinn (darunter ein 10-7 im zweiten Durchgang), doch Rebetez/Vepa krallten sich diese zweimal in Extremis und gingen in Führung. Mit dem Rücken zur Wand kämpften sich die YSZ’ler aber zurück, wendeten in Extremis die Niederlage ab und erzwangen einen Entscheidungssatz! Und dieser war ebenfalls nichts für schwache Nerven. Leider waren es diesmal Lars und Filip, die aus einem 8-6 und späteren 9-8 kein Ertrag machen konnten und schieden elend bitter aus. Besonders enttäuschend für Filip, der ja bereits im Mixed auf nahezu identischer Weise an seinem langjährigen Doppelpartner Rebetez gescheitert war…

Leider reflektierte das Abschneiden von Lars und Filip zu einem Grossteil diese Kategorie für unseren Verein. So musste sich Noah mit Pino Keller (Wetzikon) im Startspiel bitter mit 1-3 geschlagen geben, während Gian und Severin gegen die viel höher klassierten Vorherr/Bernhard ein unglaubliches Spiel machten, am Ende aber ebenfalls mit 9-11 im Entscheidungssatz den Kürzeren zogen. Angesichts der späteren Resultate ihrer Gegner sollten sie mit dem Gezeigten aber dennoch gut leben können…
YSZ-Legende Samir hätte ursprünglich mit seinem ehemaligen (und hoffentlich zukünftigen) Teamkollegen Julian Busslinger (Rio-Star Muttenz) antreten sollen. Doch die zweite angemeldete Vereinsikone musste sich leider aufgrund einer Lungenentzündung abmelden, wodurch Samir stattdessen mit Robin Moret (Forward-Morges) ein neues Duo bildete. Das erste Spiel überstanden die beiden problemlos, danach waren die letztjährigen Bronzegewinner aber eine zu hohe Hürde.

Wie schon vor einem Jahr lag es also an Noe und Barish, welche wieder mit Numa Ulrich (Rio-Star Muttenz) resp. Gaël Vendé (Bulle), an den Start gingen. Auf Noe/Numa wartete wieder im Viertelfinale eine Herkulesaufgabe, nämlich Rebetez/Vepa. Lange deutete vieles auf einen weiteren Genfer Erfolg, waren die Widersacher im zweiten Satz beim Stand von 9-6 auf bestem Weg ihre Führung zu verdoppeln. Fest entschlossen ihre Kantonsmänner zu revanchieren, drehten die jungen Zürcher aber nochmals voll auf und glichen die Partie mit sechs Punkten in Folge aus. Dies war dann auch der Wendepunkt. Fortab spielten Noe und Numa viel stärker und sicherten sich ihre zweite gemeinsame Medaille in vier Sätzen!
Am anderen Ende der Halle kam es für Barish/Gaël zu einer Neuauflage der Finals von 2020 und 2024. Wenig überraschenderweise bekamen die Zuschauer einmal mehr einen unfassbaren Thriller zu sehen, wo Barish aber schliesslich mit einer Rückhand-Bombe das 11:9 im Entscheidungssatz und damit seine zweite Medaille dieser SM sicherte!

Im Damen Doppel verlor Adèle mit Aarna Debnath aus Ostermundigen in der Startrunde gegen die nachmaligen Finalistinnen, während Seraina und Mutter Daniela, wie schon letztes Jahr ganz knapp an der Paarung Ruggio-Williams/Landolt scheiterte. Während Ilvi mit ihrer langjährigen Partnerin Akhyata, wie schon in Möhlin, souverän den zweiten Tag erreichte, boten die Matches von Jill/Ilona endloses Drama. Das Startspiel gegen Gajewska/Meier hatte man zwar durchgehend im Griff gehabt, nach mehreren verhauenen Matchbällen in Satz drei, ging es aber sogar über die volle Distanz. Hier fanden sie aber schnell wieder auf die Siegesstrasse und siegten mit 11-2.

Nun versperrten die zwei U13-Juniorinnen Michelle Wu (Uster) und Enya Hu (Rio-Star Muttenz) ihnen den Weg zur Medaille. Doch Jill und Ilona traten unerschrocken auf, gingen in Führung und waren im zweiten Satz lange auf Kurs nachzudoppeln, ehe dieser ihnen nach 7-4 und 9-7 noch entglitt. Von diesem Rückschlag erholten sich die YSZ-Damen aber ausgezeichnet und spielten ihre jungen Kontrahentinnen in der Folge komplett an die Wand. Leider verloren sie beim Stand von 10-5 komplett den Faden und mussten nach sechs ausgelassen Satzbällen den späteren Vizemeisterinnen die Führung überlassen. Und damit war die Entscheidung in diesem sehr dramatischen Match zum Ungunsten der YSZ’lerinnen gefallen…schade!

Diesen Rückschlag schaffte es Jill aber gut wegzustecken. Denn im Damen Einzel gelang es der 20-Jährigen Nina Gutknecht (Uster) mit 4-1 niederzuringen und damit erstmals das Achtelfinale im Einzel zu erreichen. Auch Ilona und Ilvi erledigten ihre Aufgaben im Startspiel mit 4-0 souverän, Letztere nach einem mannschaftsinternen Duell mit Seraina. Adèle, die ihre erste Elite SM bestritt, musste sich dagegen in fünf Sätzen Emma Kühn (Rio-Star Muttenz) geschlagen geben.

Besser machte es dafür Ilona. Die Altmeisterin hielt eine aufopferungsvoll kämpfende Kühn im Schach und erreichte den nächsten Turniertag, ebenso Ilvi, die Ramona Landolt (Bronschhofen) gerade mal neun Punkte zugestand! Nun stellte sich die Frage, ob Jill ebenfalls den Sprung unter die besten acht schaffen könnte. Mit Ludivine Maurer (Bernex) wartete zwar die letztjährige Bronzegewinnerin auf sie, doch Jill durfte mit grosser Zuversicht in die Partie gehen, hatte sie ihr Aufeinandertreffen in der STTL vor wenigen Monaten ja gewinnen können. Die Kunststudentin schlug sich wacker, die zwei mit 9-11 bitter verlorenen Sätze eins und sechs wurden ihr aber letztendlich bei der 2:4-Niederlage zum Verhängnis.

Bei den Herren trafen Gian und Samir in der Startrunde auf die Nationalspieler Elias Hardmeier (Effeltrich / D) und Cédric Tschanz (Rio-Star Muttenz), denen sie chancenlos unterlagen. Noah begann sein Match gegen Nicolas Simonet (Vevey) explosiv, als er den ersten Satz aber trotz 9:2-Führung aus der Hand gab, war der Traum einer Sensation erloschen. Somit ging es nebst unseren vier STTL-Spielern, aka die “Funtastic four”, lediglich für Sevi weiter, nachdem der Aargauer seinen Dauerrivalen Fedor Abalakov (Rapperswil-Jona) mit 4-1 bezwang. Leider hielt auch hier die Erfolgssträhne nicht lange…

In der zweiten Runde traf Barish dann auf Doppelpartner Gaël. Dieser wehrte sich mit all seinen Mitteln, am Ende erwies sich Barish aber als zu hohe Hürde für seinen langjährigen Mannschaftskollegen und siegte wieder mit 4-0. Leider lief es den restlichen YSZ’lern alles andere als optimal. Trotz aufopferungsvollem Kampf biss sich Filip an Elia Schmid (Fortuna Passau / D) die Zähne aus, während Sevi nach heroischem Spiel mit 9-11 im Entscheidungssatz gegen Yanick Taffé (Vevey) scheiterte. Lars war im Duell mit ex-YSZ’ler Thilo Vorherr (Basel) lange auf gutem Weg, vergab aber im sechsten Durchgang beim Stand von 9-5 den sicher geglaubten Sieg und schied ebenfalls enttäuschend früh aus. 
Und beinahe wäre sogar für Noe, der dieses Jahr erstmals als einer der Topfavoriten ans Turnier reiste, ebenfalls Endstation gewesen. Wie schon in den letzten zwei Duellen mit Denis Bernhard (Rapperswil-Jona) musste YSZ’s Nummer eins über die volle Distanz, obwohl er beim Stand von 3:1 förmlich auf Kurs gewesen war und im sechsten Durchgang gar mehrere Matchbälle hatte. Als der Rosenstädter beim Seitenwechsel dann führte, drohte für einen kurzen Augenblick die Sensation des Turniers! Doch Noe gewann sieben der nächsten acht Ballwechsel und wendete das vorzeitige Aus ab. Im darauffolgenden Achtelfinal gegen Verteidiger Nicolas Champod (Bernex) tat sich Noe ebenfalls sehr schwer, nach der dramatischen Abwehr von zwei Satzbällen in Durchgang sechs nutzte der Teenager aber seine erste Möglichkeit zum hart erkämpften 4:2-Erfolg und erreichte auch im Einzel den zweiten Turniertag! Auch Barish sollte sich einmal mehr für die Runde der letzten acht qualifizieren. Mit Taffé wartete ein weiterer guter Freund auf den Neuenburger im YSZ-Dienst, doch der zweifache Schweizermeister zeigte am Sonntag gar keine Gnade und liess seinem Trainingspartner keine Chance!


Sonntag

Der zweite Turniertag begann dann wieder am Morgen mit den Mixed-Halbfinals. Leider waren Barish und Nina gegen Rebetez/Doutaz völlig chancenlos, während Lars/Michelle nach verlorenem Startsatz ordentlich den Turbo zündeten und den tollen Lauf der Simonet-Geschwister in vier Sätzen beendeten.

Im Damen Doppel kämpften Ilvi und Akhyata gegen die zwei Dominatorinnen Moret/Doutaz mit all ihren Mitteln, entschieden den zweiten Satz gar für sich, waren am Ende aber dennoch chancenlos. Besser lief es dagegen nebenan bei den Herren. Barish und Gaël brauchten in ihrem Halbfinale gegen Champod/Stoll längere Anlaufschwierigkeiten, je länger die Partie jedoch dauerte, desto deutlicher wurde es, wie sehr die beiden das Spiel gegen Verteidigung beherrschen. 3-1 lautete das Verdikt zugunsten der Neuenburger. Nun hatten Noe und Numa im Duell mit Vorherr und Bernhard, ihre jeweiligen ex-Teamkollegen, die Chance auf das vereinsinterne Endspiel. Die amtierenden Vizeschweizermeister spielten deutlich unter ihrem Niveau, schafften es aber zweimal einen Satzrückstand aufzuholen. Der fünfte Durchgang reflektierte die Partei dann standesgemäss. Vorherr/Bernhard legten vor, ehe die Jungstars eine Aufholjagd starteten und beim Stand von 8-9 nur noch drei Punkte vom Ziel (und dem garantierten Titelgewinn für YSZ) waren. Vor einem Jahr hatten Barish und Gaël dieselbe Anzahl Ballwechsel vom Traumfinal gefehlt, diesmal erging es Noe und Numa leider gleich. So verpassten die Jungstars das Endspiel und mussten sich diesmal mit Bronze begnügen. 

Der erste Titel an einer Elite SM für YSZ seit 20 Jahren war zwar noch nicht gesichert, aber zuerst stand da noch das Mixed-Final auf dem Programm, wo Lars und Michelle den ganz grossen Coup realisieren wollten. Angetrieben von Coach Sonja Wicki, die 2006 an einem der zwei letzten Titel von YSZ als Spielerin beteiligt gewesen war (im Damen Doppel mit Anna Frey), entschieden die Zürcher den Startsatz für sich. Ihre Fans tobten und man hoffte schon leise auf eine Sensation…vergeblich! Rebetez und Doutaz steigerten sich in der Folge markant und stoppten in vier Sätzen zum dritten Mal an diesem Wochenende den tollen Lauf eines YSZ’lers. Schade!

Glücklicherweise hatten Barish und Gaël aber direkt im Anschluss die Chance die 20-jährige Durstrecke zu beenden. Ein gutes Omen? Der andere letzte Titel war damals im Herren Doppel gefallen in Person von Beat Staufer und dem Klotener Raphael Keller. Doch Thilo und Denis hatten ganz offensichtlich das Skript nicht gelesen. Kaum hatte man sich versehen hatten die Aussenseiter die ersten zwei Sätze nach Belieben dominiert und standen kurz vor dem Titel. Zu Beginn des dritten Durchgangs fanden Barish und Gaël dann aber ihren Rhythmus und – lautstark angefeuert von sämtlichen Zürchern und Neuenburgern – spielten ihre Gegnern zweimal mit 11-5 von der Platte. Es ging doch noch in den Entscheidungssatz! 
Vieles sprach nun für die zweifachen Titelträger, doch Vorherr/Bernhard hatten ja jedes einzelne ihrer Matches bereits mit 3:2 gewonnen (damit überboten sie sogar ihren Lauf zur Silbermedaille im 2023, wo sie “nur” vier Fünfsätzer gespielt hatten) und wollten den Favoriten nun in die Suppe spucken. Die Anfangsphase verlief weiterhin nach dem Gusto von Barish/Gaël, die mit 6-3 in Front lagen, als Thilo/Denis ihr Timeout bezogen. Dies zeigte Wirkung, die Underdogs glichen das Endspiel beim Stand von 7-7 wieder aus, woraufhin Barish und Gaël ihre Auszeit nahmen. Es entwickelte sich in der Folge ein grosser Nervenkitzel, welcher bei 9-9 seinen Zenit erreichte. Ein Stadtzürcher unter den Zuschauern ahnte nun aber exakt, was passieren würde: wie wir während den letzten zwei Jahren im Riesbach schon so häufig gesehen haben, produzierte Barish zwei unglaubliche Rückhandflips gegen die Aufschläge von Thilo und erzielte damit zweimal direkt den Punkt…der Titel war Tatsache! 

An der anschliessenden Siegerehrung konnten unsere vier STTL-Akteure sich dann freudestrahlend die Medaillen um den Hals hängen lassen, während die YSZ-Anhänger, noch euphorisch über den ersten Titel bei der Elite seit 20 Jahren, gespannt auf die Einzelkategorien blicken durften, hatte unser Verein in beiden Serien ja noch je zwei Trümpfe.

Doch für Ilona und Ilvi war das Damen Einzel am Sonntag leider nach dem ersten Spiel bereits fertig. Während Ilona gegen Fanny Doutaz (ZZ-Lancy), Schweizermeisterin 2024, als krasse Aussenseiterin gestartet war, so hätte sich Ilvi im Duell mit Enya Hu (Rio-Star Muttenz) gute Chancen ausrechnen können. Doch die Nummer eins unserer STTL-Damen wurde für eine fahrlässige Chancenverwertung gnadenlos bestraft. In den ersten drei Durchgängen wusste Ilvi leider sehr gute Ausgangslagen nicht zu nutzen und befand sich somit mit 0:3 in Rückstand, trotz einem 10-6 im wegweisenden dritten Satz. Danach liess sich Hu den Sieg nicht mehr nehmen und Ilvi musste sich wieder im Viertelfinal verabschieden.
Der Titel ging dann einmal mehr an Rachel Moret (Forward-Morges), die sich in der Neuauflage des letztjährigen Finals erneut in vier Sätzen gegen Doutaz durchsetzte. Es war gleichzeitig die erste erfolgreiche Titelverteidigung bei den Damen seit 2020. 

Somit lag es also an Barish und Noe für die Young Stars im Herren Einzel die letzten Medaillen dieser SM einzusammeln. Leider wird Barish den Sonntag Nachmittag schnellstmöglich wieder vergessen wollen. Wie schon vor einem Jahr, als er auf bitterster Weise ausgeschieden war, traf er im Viertelfinal auf Yoan Rebetez (ZZ-Lancy). Und der YSZ-Schreck des Wochenendes wurde seiner Rolle leider einmal mehr gerecht. Barish fand zu keinem Augenblick ins Spiel und musste seinem Trainingspartner chancenlos zum Sieg gratulieren.
Noe traf seinerseits auf Pedro Osiro (Rio-Star Muttenz), womit es zur Neuauflage des Viertelfinals von 2023, als der damals 16-Jährige YSZ’ler bei seiner allerersten SM die Runde der letzten acht erreichte, kam. Die Partie wog lange hin und her. Zweimal ging Noe in Front, zweimal schlug Osiro zurück. Die Tipps von Coach Alec Tarashev, ein gebürtiger Muttenzer, verhalfen der Zürcher Nummer eins aber wieder auf die Siegesstrasse und so konnte der Teenager nach sechs hart umkämpften Sätzen seine bereits zweite Einzelmedaille bejubeln!

Nun galt es alle Kräfte aufzuraffen, denn im Halbfinal wartete Trainingspartner und Schweizermeister Elias Hardmeier (Effeltrich / D). Fest entschlossen das viel zu hoch ausgefallene 1:4 vor einem Jahr zu revanchieren, startete Noe wie eine Rakete und eröffnete mit einem klaren 11-4 das Score. In der Folge fing sich Elias dann und die zwei besten Spieler, die der Kanton Zürich in den letzten 25 Jahren produziert hat (Hardmeier wurde während den ersten fünf Jahren seiner Karriere von Markus beim TTC Uster ausgebildet), boten den Zuschauern erstklassiges Tischtennis. Elias glich knapp aus, im dritten Satz drehte Noe ein 6-8 in ein 11-8 und übernahm wieder die Führung. Die Hoffnungen auf den Finaleinzug wurden grösser, besonders als Noe anschliessend erneut dank einem Schlussfurioso zu Satzbällen kam. Leider schaffte es Elias diese abzuwehren und das Halbfinal wieder auszugleichen.
Im fünften Durchgang startete Noe wieder wesentlich besser, führte schnell 4-1, bevor Elias drei Punkte in Folge machte. Während den nächsten acht Ballwechseln war es dann ein wortwörtlicher offener Schlagabtausch: zuerst punktete Noe, dann Elias, welcher darauf bei 9-8 erstmals in diesem Satz in Führung ging. Noe antwortete mit einem Return-Winner und hatte anschliessend den Satz auf dem Schläger. Wieder konnte der YSZ’ler aber eine gute Ausgangslage nicht nutzen und plötzlich lag der Schweizermeister zum ersten Mal nach Sätzen in Führung. War’s das wieder? Noe kommt explosiv aus der Satzpause zurück und enteilt Elias auf 7-3, doch dieser Vorsprung verschwindet ebenso schnell wieder, auch dank gütiger Mithilfe der Netzkante. Es steht nun 7-7 und Noe nimmt sein Timeout. Die YSZ-Angehörigen machen noch einmal tolle Stimmung und feuern ihren Starspieler mit allen Mitteln an…vergebens, Elias hat Lunte gerochen, gewinnt die nächsten vier Punkte und beendet den Titeltraum von Noe erneut!

Verständlicherweise war die Enttäuschung bei Noe absolut grenzenlos, hatte er doch mehrere Chancen gehabt an diesem Tag den grossen Coup zu realisieren. Doch – und das mag ein Cliché sein – wir sind alle felsenfest überzeugt: sein Tag wird noch kommen! 
Für Elias sollte daraufhin im Endspiel gegen Elia dann nach einem dramatischen Siebensätzer der dritte Einzeltitel resultieren – auch bei den Herren der erste verteidigte Titel seit 2020. Der Zürcher hat somit, abgesehen von Rekordsieger Thierry Miller, nun die meisten Einzeltitel bei der Elite von allen Männern, die an jenem Wochenende den Weg ins Tessin auf sich genommen haben!

An dieser Stelle nochmals herzliche Gratulation an Noe, Lars, Barish und Ilvi (und ihren Partner:innen) zu ihren Medaillen, insbesondere Barish und Gaël zum Titel, und vielen Dank den STT Tenero für die Organisation!


Resultatübersicht 

2. Rang Mixed Doppel: Lars Posch und Michelle Wu (Uster)
3. Rang Mixed Doppel: Barish Moullet und Nina Tullii (La Chaux-de-Fonds)
5. Rang Mixed Doppel: Filip Karin und Akhyata Patra (Neuhausen)
9. Rang Mixed Doppel: Ilvi Ulrich (Rapperswil-Jona) und Patrick Jund (Wädenswil)
9. Rang Mixed Doppel: Severin Scherer (Rio-Star Muttenz) und Emily Wu (Uster)
9. Rang Mixed Doppel: Jill Wildberger und Noah Caneel
1. Rang Herren Doppel: Barish Moullet und Gaël Vendé (Bulle)
3. Rang Herren Doppel: Noe Keusch und Numa Ulrich (Rio-Star Muttenz)
9. Rang Herren Doppel: Samir von Däniken und Robin Moret (Forward-Morges)
9. Rang Herren Doppel: Filip Karin und Lars Posch
3. Rang Damen Doppel: Ilvi Ulrich (Rapperswil-Jona) und Akhyata Patra (Neuhausen)
5. Rang Damen Doppel: Jill Wildberger und Ilona Renold (Bremgarten)
9. Rang Damen Doppel: Adèle Burgat (Affoltern am Albis) und Aarna Debnath (Ostermundigen)
9. Rang Damen Doppel: Seraina Rosset (Horgen) und Daniela Rosset (Horgen)
5. Rang Damen: Ilona Renold (Bremgarten)
5. Rang Damen: Ilvi Ulrich (Rapperswil-Jona)
9. Rang Damen: Jill Wildberger
3. Rang Herren: Noe Keusch
5. Rang Herren: Barish Moullet

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