Zum Abschluss der ersten Woche der Stadtzürcher Sportferien fand in der Sporthalle Utogrund wie gewohnt der Zürich Open statt, wo ganze 26 Young Stars über zwei Tage den grössten Verein der Stadt erfolgreich vertraten. Auch wenn die Erfolgserlebnisse nicht ganz so regelmässig auftraten wie sechs Monate zuvor an der YSZ Competition, wo mit demselben ELO-Spielsystem gespielt wird, demonstrierten unsere Akteure einmal mehr, wieso die Limmatstadt ihr Revier ist.
Samstag
Das erste Ausrufezeichen setzte Noah Caneel in der höchsten Kategorie. Der Nachwuchschef bezwang erstmals einen A20-Spieler, den topgesetzten Simon Grünsteidl (T-Card). Trotz einer sehr blöden Niederlage im zweiten Spiel fing sich der NLB-Spieler schnell wieder und sicherte sich nach einer Reihe wirklich sehr starker Auftritte den Gruppensieg, dank der gewonnenen Direktbegegnung vor ex-YSZ’ler Severin Scherer (Rio-Star Muttenz), der ebenfalls einen sehr guten Tag erwischte.
In der anderen Gruppe erreichte STTL-Spieler Lars Posch ebenfalls das Halbfinale, auch wenn er sich den ganzen Morgen lag sehr schwer tat und am Ende sogar erstmals seit März 2019 Denis Bernhard (Rapperswil-Jona) unterlag.



Somit kam es nun zum vereinsinternen Kampf zwischen Noah und Lars. Ersterer wuchs über sich hinaus, gewann den zweiten Satz deutlich und war später beim Stand von 10-7 nur einen Punkt vom Fünften entfernt. Doch die Erfahrung von Lars machte sich nun bemerkbar. Der Favorit wehrte alle Satzbälle ab und sicherte sich schliesslich nach einem Netz- und einem Kantenball den Finaleinzug. Leider konnte Sevi ihm nicht dorthin folgen. Der junge Aargauer forderte Bernhard über weite Strecken, verpasste es aber knapp seinen Exploit von der YSZ Competition zu wiederholen.
Im kleinen Final trafen also Noah und Sevi zum dritten Mal innert zwei Wochen aufeinander (nachdem sie vorher noch nie gegeneinander gespielt hatten). In der NLB hatte Sevi deutlich gewonnen, am Morgen war Noah ja knapp die Revanche geglückt. Dennoch war es Sevi, der die bittere Halbfinal-Niederlage besser wegstecken konnte, und seinen langjährigen Trainingspartner mit 3-0 auf Platz vier verwies.
Parallel dazu kam es zum offiziellen Highlight des Tages, wo Lars entschlossen war erfolgreich Revanche zu nehmen für die Pleite einige Stunden zuvor. In einem hoch stehenden Match ging Lars zweimal mit 12-10 in Führung (nach abgewehrtem Satzball) und war in einem dramatischen vierten Durchgang beim Stand von 11-10 nur einen Punkt vom Titel entfernt. Leider rettete sich Bernhard aber in den fünften Satz, wo er dann eine hohe Führung etablieren konnte. Zwar kam Lars nochmal auf 9-9 heran, nach zwei ärgerlich verlorenen Ballwechseln war der Titeltraum aber erloschen und Lars musste seinem ewigen Rivalen zum verdienten Sieg gratulieren.

In der zweiten Serie stieg Neuzugang Pascal Hong ins Rennen. Der Linkshänder konnte seine ersten zwei Einzel beide mit 11-9 im fünften Satz gewinnen und feierte dadurch einen Auftakt nach Mass. Leider konnte er in den nächsten zwei Matches Matchbälle nicht verwerten und unterlag zweimal unglaublich knapp. Doch es sollte noch Schlimmeres folgen: im letzten Spiel gegen Noah Karlen (Lausanne) zog sich unser NLC-Spieler eine Verletzung zu und musste nach der Niederlage gegen den aufstrebenden Nachwuchsspieler für den Nachmittag forfait geben.
Mehr Glück war dagegen Balthazar Porritt in der Gruppe 3 beschert. Der 13-Jährige siegte im Startspiel nach einer mirakulösen Aufholjagd, fand danach aber den Tritt und erzielte zwei beachtenswerte 3:0-Siege. Da er aber auch Aaron Matter (Ostermundigen) ganz bitter mit 12-14 im Entscheidungssatz unterlag, hiess es im abschliessenden Match gegen Sourav Poddar (Kloten) wirklich “alles oder nichts”. Balthazar konnte diesem Druck aber hervorragend standhalten und liess dem Klotener nicht den Hauch einer Chance.
Somit traf der junge NLC-Akteur im Halbfinal auf Trainingspartner Lucien Meury (Uster). Die zwei Teenager, die schon vielmals gegeneinander gespielt haben, kämpften auf sehr hohem Niveau, wobei Balthazar mit 14-12, 11-9 und 14-12 die etwas besseren Nerven hatte und sich fürs Endspiel qualifizierte. Hier wartete dann wieder Matter. Diesmal stellte sich Balthazar aber viel besser auf das Spiel des Berners ein und sicherte nach einem tollen Auftritt mit 3-0 den Titel. Es war indes sein FÜNFTER Turniersieg im Utogrund seit August 2023!


In der vierten Serie sicherte sich Arthur Masurel mit drei Siegen aus den ersten vier Partien den Platz im Halbfinal bereits vorzeitig und neutralisierte dabei einige gefährliche Widersacher auf beeindruckende Weise. Auch gegen Lukas Spillmann (Binningen) lieferte Arthur ein knappes Spiel ab, musste aber nach der bitteren 2:3-Niederlage den Gruppensieg an seinen Widersacher abgeben (bei einem Sieg von Arthur wäre Spillmann dagegen rausgeflogen).
In der anderen Gruppe starteten Jill Wildberger und Josua Karpisek den Tag mit dem clubinternen Duell, ihr erstes Aufeinandertreffen seit über vier Jahren. Diesmal konnte Jill von Beginn weg die Initiative übernehmen und Josua fand schlicht keine Antwort auf die Angriffsbälle seiner Vereinskollegin. Während der Verteidiger auch im weiteren Verlauf des Tages nicht richtig ins Spiel fand und nach bloss zwei Siegen Zehnter wurde, präsentierte sich Jill in bärenstarker Form und sicherte sich nach drei deutlichen Erfolgen zum Abschluss, unter anderem gegen ewige Kontrahentin Amira Meier (Kloten), den Gruppensieg.
Somit kam es am Nachmittag zum vereinsinternen Halbfinal zwischen Jill und Arthur. Das erste Duell zwischen den beiden war vor knapp einem Jahr an Jill gegangen und die STTL-Spielerin legte auch diesmal besser los. Der Startsatz ging souverän an Jill, bevor sich im Zweiten ein offener Schlagabtausch entwickelte. Am Ende wusste sich Arthur hier mit 13-11 durchzusetzen und die Partie wieder ausgleichen. Damit kippte das Blatt zugunsten des Nachwuchsspielers, der zunehmend das Spieldiktat übernahm und schliesslich in vier Sätzen den Finaleinzug bejubeln durfte.
Beide YSZ’ler trafen also nun auf einen alten Bekannten aus der Gruppenphase. Leider fand Arthur auch diesmal kein Rezept gegen Spillmann und verpasste den Titel. Immerhin gewann Jill ihr Spiel um Platz drei gegen Emma Kühn (Rio-Star Muttenz) noch deutlicher als am Morgen und komplettierte damit das Podium.

Während Dan Karpisek aufgrund eines sehr frustrierenden Morgens die Serie 5 trotz einer insgesamt ausgeglichenen Bilanz auf dem neunten Schlussrang beendete, konnten seine Teamkollegen eine Kategorie darunter zufriedener mit ihrem Auftritt sein: Pascal Wyser, der Kapitän von YSZ 6, schlug sich gegen die höher klassierten Gegner wacker, feierte zwei Siege und unterlag beiden nachmaligen Finalisten nach einer 2:1-Satzführung mit 8-11 im fünften Durchgang. Bittere Niederlagen, die ihm am Ende des Tages den Podestplatz kosteten…In der anderen Gruppe marschierte Noah Aksöz dank einer Topleistung zum ersten Platz und traf im Halbfinal auf Nico Kiehl (Goldau). Hier verlor der zuvor noch so sicher aufgetretene neo-YSZ’ler aber komplett den Faden und unterlag dem Verteidiger mit 0-3. Dass er das kleine Finale kampflos gewann war nach einem so viel versprechenden Morgen ein eher schwacher Trost.



Sonntag
Am zweiten Turniertag starteten Arthur M und Josua, die einzigen YSZ’ler, welche an beiden Tagen im Einsatz standen, dann in der Serie 1. Während Josua die Zürich Open 2026 wirklich schnell vergessen wollen wird, knüpfte Arthur an seine samstäglichen Leistungen an und bezwang reihenweise höher klassierte Gegner, darunter auch den nachmaligen Gruppensieger. Im zweiten Match musste er sich aber leider Sourav Poddar mit 9-11 im Entscheidungssatz geschlagen geben, eine Niederlage, die im schliesslich den Platz im Halbfinal kostete und Poddar, der spätere Kategoriensieger, das Weiterkommen ermöglichte (ein bitteres Déjà vu). Mit einem Podestplatz am Samstag und einigen sehr beachtenswerten Resultaten am Sonntag konnte der junge Franzose aber dennoch glücklich auf das Wochenende zurückblicken.
In der Serie 2 war Andrin Zoller ebenfalls der nominell schwächste Spieler seiner Gruppe. Nach dem 0:3 zum Auftakt gegen die nachmalige Turniersiegerin, gelang unserem Aktuar eine deutliche Leistungssteigerung und so folgten gleich vier sehenswerte Fünfsätzer. Da Andrin aber “nur” deren zwei gewinnen konnte, spielte er am Nachmittag also um die Plätze 5-8. Nach diesem Schritt ging es auch am Nachmittag, wo er sein erstes Match klar gewann, anschliessend aber Sämi von Büren (Zofingen), den er in der Gruppenphase noch geschlagen hatte, ebenso deutlich unterlag. Somit resultierte auch hier der sehr stabile sechste Schlussrang.

In der Gruppe 4 startete Stefan Schmid mit drei Siegen, deren zwei mit Minimalvorsprung im Entscheidungssatz, optimal. Diese ermöglichten ihm dann die Qualifikation fürs Halbfinal, wo er auf Matthew Morales (Old Boys Basel) traf. In einem packenden Match hatte der Österreicher leider das Quäntchen Glück nicht auf seiner Seite und unterlag mit 12-14 im vierten Satz. Diese Niederlage konnte er leider nicht wegstecken und wurde nach einem klaren 0:3 im Spiel um Platz drei Vierter.
Seinen Mannschaftskameraden, Grischa Förderer und Runqian Huang, lief es in der Gruppe 6 nicht ganz so rund. Jungspund Runqian erlebte einen Tag zum Vergessen, während Materialwart Grischa immerhin drei Siege erzielen konnte und damit Siebter wurde.
In der siebten Kategorie konnte Alex Duschau-Wicke am Morgen zwei seiner Matches gewinnen, landete aber aufgrund zweier 2:3-Niederlagen sehr unglücklich auf dem fünften Gruppenrang. Am Nachmittag konnte der YSZ’ler dann zweimal reüssieren und das Turnier mit einer 4:3-Bilanz auf Platz neun beenden (manche Spieler erreichten dagegen mit einer schlechteren Bilanz die Top vier).
Besser machte es Ethan Perez, der mit vier Siegen die Gruppenphase überstehen konnte. Allerdings hatte der U13-Junior zwischenzeitlich mächtig zittern müssen: gegen Léonard Schickling (Wil SG) musste Ethan im vierten Satz Matchbälle abwehren, ehe er sich den Sieg erkämpfen konnte (bei einer Niederlage wäre er rausgeflogen). So konnte er am Nachmittag weiterhin um den Titel spielen und demonstrierte im Halbfinal erneut eiserne Nerven um sein zweites Endspiel der Saison zu erreichen. Hier wartete Gyula Pálfy (Höngg), der Erste aus der anderen Gruppe. Mit der Chance auf seinen allerersten Turniersieg spielte Ethan ganz gross auf, entschied die drei extrem knappen Sätze alle mit der Minimaldifferenz von zwei Punkten für sich und durfte am frühen Abend strahlend die oberste Stufe des Podests betreten!


In der Serie 8 zeigte Arthur Porritt gegen erfahrenere und stärker klassierte Gegner eine sehr gute Leistung, agierte aber leider ebenso unglücklich und unterlag häufig ganz knapp. Immerhin feierte er beim 3:2-Erfolg gegen Markus Eichenberger (Horgen), der diese Saison schon einige Überraschungserfolge gefeiert hat, noch ein schönes (und hoch verdientes) persönliches Erfolgserlebnis, bevor er auch am Nachmittag einen Sieg im Entscheidungssatz bejubeln konnte.
In der anderen Gruppe startete Noam Schochet sehr schlecht, gewann anschliessend aber alle anderen vier (deren drei im fünften Durchgang) und sicherte sich damit Platz eins. Leider erlosch der Traum vom zweiten Turniersieg der Saison (nach dem Titel an der YSZ Competition) im Halbfinal nach einer klaren Niederlage relativ schnell. Immerhin gewann er das Spiel um Platz drei knapp mit 3-1 und beendete den erfolgreichen Tag mit einem Podestplatz!

In der neunten Kategorie tat sich Luis Sudano mit den höher klassierten Widersachern schwer, belohnte sich für einen tapferen Auftritt aber immerhin mit zwei Siegen. In der anderen Gruppe konnte dafür Mathis Bardow stark auftreten und dank guten Nerven auf dem zweiten Platz ins Halbfinal einziehen. Hier war dann schnell Endstation, doch Mathis steckte die Enttäuschung schnell weg und bezwang im kleinen Final Claudia Mosimann (Schaan-Eschen/Mauren) nach 0:2-Satzrückstand (und nur fünf gewonnen Punkten in den ersten Durchgängen) um den Tag mit einem Podestplatz zu beenden!

Auch in der Serie 10 waren zwei Young Stars am Start. Ishak Riedweg startete mit zwei Siegen und einer ganz knappen Niederlage zwar super, danach verlor er aber etwas den Faden und wurde Fünfter seiner Gruppe. Am Nachmittag konnte er sich dann gut von diesem Rückschlag erholen und sicherte sich den neunten Schlussrang.
Wesentlich besser lief es aber Inigo Gheyselinck, der sich souverän den Gruppensieg sicherte. Im Halbfinal gestand er dann Nenad Oroz (Rapid Luzern) bloss neun Punkte zu und qualifizierte sich für das Endspiel gegen Andreas Leuthold (Meilen-Männedorf). Der Startsatz ging flöten und der Widersacher drohte eine Zeit lang auch den Zweiten zu gewinnen. Als Inigo sich diesen aber mit 11-9 schnappte waren die Würfel gefallen. Der Kapitän von YSZ 9 spielte sich in einen totalen Rausch, dominierte die nächsten zwei Durchgänge nach Belieben und sicherte sich ungeschlagen den Turniersieg!

Bei den Nicht-Lizenzierten waren ebenfalls zwei YSZ-Angehörige vertreten: Christian Sudano und Mattia Müller zeigten beide gute Leistungen, mussten an dem Tag aber die Überlegenheit der Konkurrenz anerkennen.
Herzliche Gratulation an alle YSZ’ler, die am Wochenende einen Podestplatz erzielt haben, insbesondere an Balthazar, Ethan und Inigo zu ihren Titeln, und vielen Dank an den Tischtennis-Verband der Stadt Zürich für die astreine Organisation des Turniers!
Resultatübersicht:
Samstag (ab 930 Elo)
2. Rang Gruppe 1: Lars Posch
3. Rang Gruppe 1: Severin Scherer (Rio-Star Muttenz)
4. Rang Gruppe 1: Noah Caneel
1. Rang Gruppe 3: Balthazar Porritt
2. Rang Gruppe 4: Arthur Masurel
3. Rang Gruppe 4: Jill Wildberger
3. Rang Gruppe 6: Noah Aksöz
Sonntag (bis 1350 Elo)
6. Rang Gruppe 1: Arthur Masurel
6. Rang Gruppe 2: Andrin Zoller
4. Rang Grupe 4: Stefan Schmid
7. Rang Gruppe 6: Grischa Förderer
1. Rang Gruppe 7: Ethan Perez
3. Rang Gruppe 8: Noam Schochet
3. Rang Gruppe 9: Mathis Bardow
1. Rang Gruppe 10: Inigo Gheyselinck


