Im vorletzten Spiel der Hinrunde empfing YSZ 3 den Tabellenführer Affoltern am Albis. Dass es eine sehr spezielle Partie sein würde war vor Spielbeginn bereits klar: denn bei den Gästen stand mit Dominik Moser YSZ’s langjährige Nummer eins im Einsatz, während der gegnerische Coach Tobias Klee ebenfalls Vergangenheit im schwarz-gelben Dress hat.

Gleich zum Auftakt kam es zum “Duell unter Freunden/Mitbewohner” zwischen Moser und dem YSZ-Kapitän Samir von Däniken. Seit ihrem letzten Aufeinandertreffen (das A19-Final vor vier Jahren an einem Turnier in…Affoltern am Albis) war so einiges passiert, man war also gespannt ob von Däniken im elften Duell gegen seinen ex-Teamkollegen den zweiten Erfolg feiern könnte. Und tatsächlich: in einem aufreibenden Viersatz-Krimi wahrte von Däniken zweimal beim Stand von 9-9 die Nerven und sicherte den ersten Sieg für seine Farben. “Es war ein komisches Spiel, da er ganz anders spielt als früher und ich mit den langsamen Topspins recht Probleme gehabt habe”, äusserte sich der YSZ’s TK-Chef zum Spiel, während Moser hinzufügte: “Gegen YSZ zu spielen ist ohnehin speziell, ein Aufeinandertreffen mit dem Spieler, mit dem ich das Tischtennis erlernt habe war noch eine Prise drauf. Ich denk wir konnten beide ein starkes Match abliefern, das er schliesslich verdient gewinnen konnte!”
Leider sollte dies zu Beginn der einzige Sieg für das Heimteam sein. Denn Lenni Keusch musste sich nach der Auftaktniederlage gegen Adrian Raschle auch Moser geschlagen geben, während Nemo Milos dem formstarken Alban Burgat mit 1-3 unterlag. In den letzten Matches vor dem Doppel standen von Däniken und Milos also unter Druck. Erfreulicherweise war Ersterer diesem gewachsen und bezwang Burgat erstmals. Auf dem Nebentisch lieferte sich Milos mit Raschle einen packenden Krimi, wo unser langjähriger Materialwart einen Punkt von einem Entscheidungssatz entfernt war, danach aber keinen Ballwechsel mehr gewann.
Im Spiel zu zweit setzte das Heimteam neben von Däniken den zuvor als Coach fungierenden Keanu Fries ein. Die YSZ’ler hatten in Muolen eine tolle Premiere gefeiert, mit der Paarung Burgat/Raschle wartete nun aber das beste Doppel der Liga auf sie. Und die jungen Affolterner sollten sich wieder als zu hohe Hürde erweisen. Trotz gutem Kampf unterlagen von Däniken und Fries klar in vier Sätzen. Wenig später stand der Sieg der Gäste auch fest, nachdem der glücklose Keusch Burgat – trotz vieler spektakulärer Ballwechsel – mit 0:3 unterlag.
Nebenan entwickelte sich das Duell zwischen Moser und Milos zu einem absoluten Spektakel. Der Medizinstudent, der sein letztes Heimspiel für YSZ bestritt, startete furios und ging zum Staunen aller Anwesenden mit 2-0 in Führung. In der Folge konnte Moser jedoch drei Gänge höher schalten und liess Milos in den Durchgängen drei und vier das Nachsehen. Auch der Entscheidungssatz startete aus Sicht von YSZ schlecht, lag Moser mit 5-2 in Führung, als Milos sein Timeout nahm. Und die Anweisungen von Coach Fries sollten anschliessend ihre Früchte ernten. Der YSZ’ler, der in der vergangenen Saison eine endlose Menge an Fünfsätzer verloren hatte, spielte sich in einen totalen Rausch und drehte den Spiess um den grössten Erfolg seines Lebens zu sichern! “Einen schöneren Abschluss kann man sich nicht wünschen”, meinte Milos, der ab 2026 studiumsbedingt nicht mehr in Zürich sein wird.
Zum Abschluss des dreistündigen Thrillers gab es dann noch einen Fünfsätzer. Die noch unbesiegten Raschle und von Däniken lieferten sich während fünf Sätze Ballwechsel der absoluten Extraklasse, ehe die YSZ-Legende dank einem Schlussfurioso das Match an sich riss und damit auch Burgat von der Spitze der Spielerrangliste der Liga ablöste. Mehr als Resultaatkosmetik war dies aber leider nicht mehr. “Ich wusste, dass es eine knappe Angelegenheit sein würde, allein schon da Samir sich in unglaublicher Form befindet”, äusserte sich AAA-Coach Klee nach dem Spiel, “Darum bin ich sehr glücklich mit diesem wichtigen Sieg im Aufstiegsrennen.”
Während Affoltern am Albis nun sieben Punkte Vorsprung auf das zweitplatzierte Zürich-Affoltern hat, stecken die Young Stars weiterhin mitten in einem engen Abstiegskampf. Enttäuscht über die Niederlage gegen den Tabellenführer zeigte sich von Däniken jedoch bedingt: “Sie haben bisher erst einen einzigen Punkt verloren (gegen den Tabellenzweiten), daher ist das 4-6 gegen sie doch ein stabiles Resultat, auch wenn es ein bisschen schade ist, dass wir uns kein Unentschieden erkrallen konnten. Mit meiner persönlichen Leistung bin ich auch sehr zufrieden, da ich über weite Strecken sehr gut gespielt habe, besonders gegen Alban und Adrian. Jetzt müssen wir diesen Schwung für das wichtige Spiel gegen Horgen mitnehmen!”
Young Stars Zürich III – Affoltern am Albis: 4-6
Samir von Däniken (A16) 3-1 Dominik Moser (A18): 11-5, 5-11, 11-9, 11-9
Lenni Keusch (B15) 0-3 Adrian Raschle (A16): 9-11, 11-13, 7-11
Nemo Milos (B14) 1-3 Alban Burgat (A17): 12-10, 6-11, 8-11, 8-11
Keusch 1-3 Moser: 6-11, 9-11, 12-10, 3-11
von Däniken 3-1 Burgat: 11-8, 7-11, 11-8, 11-3
Milos 1-3 Raschle: 5-11, 9-11, 11-9, 10-12
von Däniken/Keanu Fries (B14) 1-3 Raschle/Burgat: 5-11, 7-11, 11-8, 5-11
Keusch 0-3 Burgat: 8-11, 9-11, 11-13
Milos 3-2 Moser: 11-8, 11-4, 7-11, 9-11, 11-7
von Däniken 3-2 Raschle: 8-11, 11-9, 11-8, 8-11, 11-7


