Wie schon vor zwei Jahren wurde die diesjährige Nachwuchs SM in Lyss ausgetragen (auch damals hatte es am Vorabend noch geschneit). Die Austragung von 2022 wird kein anwesender YSZ’ler jemals vergessen können. Der episch-legendäre Sieg von Noe Keusch im U15-Final (a.k.a “Das Wunder von Lyss”) ist nur eines von vielen Gründe, weshalb der Bericht zu jener Austragung äusserst lesenswert bzw. lyssenswert ist.
Doch bereits am Samstag Abend stand fest: 2024 war noch episch-legendärer, noch erfolgreicher und noch geschichtsträchtiger für den Zürcher Traditionsverein!
Samstag
Wie schon vor einem Jahr wurden am Samstag die Kategorien U15, U17 und U19 ausgetragen. Anders war nun aber, dass die Einzelserien bereits am Morgen stattfinden würden. Mit Vincent Rabara und Nicolas Naef standen bei den U15 Knaben zwei Young Stars im Einsatz. Leider sollten die amtierenden Schweizermeister im Team keinen Sahnetag haben. T2-Kaderspieler Vincent scheiterte nach einem Fünfsatz-Thriller erneut in der Gruppenphase, während Nicolas sich dank einer guten Leistung fürs Achtelfinal qualifizierte, dort aber gar nichts auf die Reihe brachte.

Im U19 Knaben Einzel vollbrachte Gian Stifter am Morgen eine grosse Sensation, als er mit Flurin Worlitschek (Rapid Luzern) den Vorjahresdritten nach 0:2-Satzrückstand erstmals in die Knie zwingen konnte. Dem Zürcher Quereinsteiger öffnete sich nun ein Weg zum Podest, auch weil er seinen Achtelfinalgegner diese Saison schon mal besiegt hatte. Wie üblich in seinen Aufeinandertreffen mit Raymond Burri (ebenfalls Luzern) entwickelte sich ein hart umkämpftes Spiel, wobei Gian zweimal eine Satzführung nicht ins Ziel bringen konnte und somit ausschied.

Bei den U19 Mädchen gelang Jill Wildberger ebenfalls ein solider Auftakt und sie erspielte sich mit drei relativ souverän Siegen den ersten Platz und damit ein Halbfinal-Duell gegen die direkt gesetzte Nina Tullii (La Chaux-de-Fonds). Anhand der zahllosen bisherigen Duelle deutete nur wenig drauf hin, dass eine Sensation möglich sein würde, doch Schweizermeisterschaften haben bekanntlich ihre eigenen Gesetze. Vom ersten Ballwechsel weg bombardierte eine von Coach Dominik Moser ausgezeichnet eingestellte Jill ihre Kontrahentin mit allem, was sie hatte: der erste Satz ging mit 11-7 aufs Konto der Zürcherin, der Zweite mit 11-8 ebenfalls…ein Satz vom Final! Nach einem Aufbäumen der Vorjahresfinalistin lag Jill dann auch im vierten Durchgang durchgehend in Front und erspielte sich – trotz eines sehr unglücklichen Punktverlusts kurz zuvor – beim Stand von 10:8 zwei Matchbälle. Doch mit dem Rücken zur Wand und dem Mute der Verzweiflung gelang es Tullii noch einmal voll aufzudrehen und das Blatt zum Entsetzen aller Zürcher zu wenden. Die Bronzemedaille und das Wissen das wohl beste Spiel ihres Lebens absolviert zu haben waren für Jill, die ja auch vor einem Jahr das Endspiel elend bitter verpasst hatte, ein eher schwacher Trost.


Das grosse Highlight des Tages war ohne Wenn und Aber das U17 Knaben Einzel. Während Noe Keusch direkt im Viertelfinal ins Spielgeschehen einsteigen durfte, mussten Bruder Lenni und dessen NLC-Teamkollege Severin Scherer noch Gruppenspiele bestreiten. Letzterer marschierte hier problemlos durch, dagegen verlor Lenni sein zweites Match gegen Fedor Abalakov (Worb) ärgerlich in fünf Sätzen und befand sich am Schluss gegen Tomas Hofer (Carouge) in einem “Alles oder Nichts”-Kampf. Die Anspannung beim 15-Jährigen war gross, doch er konnte seinen Viertelfinalsieg aus dem Vorjahr bei den U15 wiederholen und kurz drauf auch zu Sevi und Noe in der Runde der letzten acht hinzustossen.
Der STTL-Spieler tat sich hier natürlich keine Blässe, auf Sevi und Lenni warteten dagegen zwei ultimative Härtetests um das Traumhalbfinal perfekt zu machen. Ersterer bekam es mit Angstgegner Michel Kloss (Neuhausen) zu tun. Nach zwei sehr schmerzhaften Niederlagen im Februar war es diesmal ein offener Schlagabtausch, wo Sevi nach bärenstarker Aufholjagd einen hitzigen Entscheidungssatz mit 11-8 für sich entschied. Zweiter Podestplatz gesichert! Würde es Lenni ihm gleichtun können? Die bisherige Bilanz zwischen ihm und Meier liess nicht auf einen Sieg hoffen. Aber eben, die SM – gerade in Lyss – hat ein unerreichtes Talent spektakuläre Storys zu schreiben. Angetrieben von Papa Rainer auf der Trainerbank, spielte Lenni wie ein komplett anderer Mensch und vollbrachte mit demselben Resultat wie Sevi eine Viertelstunde zuvor die Sensation!!!



Somit kam es im Halbfinal zu den Paarungen Noe-Abalakov und Sevi-Lenni. Noe geriet natürlich auch hier nie in Gefahr und machte das erste YSZ-interne SM-Final seit über 20 Jahren Tatsache! War nur noch die Frage ob es gegen seinen Bruder oder seinen langjährigen Doppelpartner gehen würde. Das Halbfinal zwischen Lenni und Sevi bot den YSZ-Anhängern spielerisch hoch stehendes Spektakel und hätte wahrlich nicht enger verlaufen können. Mit 11-9, 12-10, 9-11 und 11-9 war es schliesslich Lenni, der sich erstmals für ein Einzelfinal an der SM qualifizieren konnte!
Im Duell Keusch gegen Keusch war die Sache dann schnell erzählt. Noe reüssierte komfortabel in drei Sätzen und feierte nach 2022 seinen zweiten Einzeltitel. Doch das familieninterne Final sollte nur der Beginn des grossartigen Tages für die zwei darstellen…

Bevor wir aber drauf zurückkommen, gibt es aber noch die Geschichte der U17 Mädchen und das grossartigste Comeback der Saison. Vizeschweizermeisterin Seraina Rosset, die nach der letztjährigen SM eine neunmonatige Verletzungspause hatte einlegen müssen, war entschlossen nach mehreren knapp gescheiterten Anläufen endlich die erste Goldmedaille im Einzel zu holen. Trotz mühsamen Gruppenspielen gelang es der Nummer eins des Turniers sich direkt fürs Viertelfinal zu qualifizieren. An Manon Clerc hatte sich zuvor ihre Teamkollegin Adèle Burgat (Affoltern A/A mit Damenlizenz YSZ) die Zähne gebissen, doch gegen eine immer besser in Fahrt kommende Seraina war kein Kraut gewachsen. Nun wartete also Dauerrivalin Lia Sierra (Uster). In einem wie erwartet hart umkämpften Match vergab Seraina ein paar Vorentscheidungen, wahrte am Ende aber im Entscheidungssatz doch noch die Nerven und qualifizierte sich fürs Endspiel gegen ihre andere Erzrivalin Isabelle Yeo (Silver Star). Nach tollem Start verlor Seraina in der Folge den Faden und als Coach René Zwald im vierten Satz beim Stand von 1-5 das Timeout nahm war fast schon ein kleines Wunder nötig. Doch Seraina stellte ihr Spiel nochmals um und gewann prompt 15 der nächsten 19 Ballwechsel. Auf einmal war es die YSZ’lerin, die im Entscheidungssatz beim Seitenwechsel 5-1 in Führung lag. Die Entscheidung? Natürlich nicht, hätte ja auch nicht zum Spiel gepasst. Yeo holte nach und nach auf und so erreichte bei 9-9 die Anspannung bei allen Stadtzürchern ihr Maximum. Doch Fortuna schien an jenem Nachmittag auf Seraina. Mit gütiger Mithilfe der Netzkante verwertete die YSZ’lerin ihren ersten Matchball zum vielumjubelten ersten Einzeltitel. Ein Erfolg, welcher nach dieser verletzungsgeplagten Saison umso schöner sein dürfte.


Am Nachmittag lautete die Devise an die sehr erfolgreichen Einzelresultate nun anzuknüpfen. Im U19 Mixed Doppel schienen Sevi und Jill dies sich ans Herz genommen zu haben und qualifizierten sich fürs Halbfinal gegen Doutaz/Desroches (ZZ-Lancy), eine auf dem Papier unlösbare Aufgabe angesichts der Form der amtierenden Elite-Schweizermeisterin. Doch Coach Markus Baumann hatte noch einige Schachzüge auf Lager, die er grossartig auszuspielen wusste. Sevi und Jill starten wie die Feuerwehr und sichern sich trotz Mega-Comeback der Gegner den ersten Durchgang. Das gesammelte Momentum zum Satzende nutzen die Genfer anschliessend zum direkten Ausgleich, alles wieder offen! Diesen Rückschlag steckte Team YSZ aber ausgezeichnet weg. In einem stetigen Hin und Her erkämpften sie sich mit 12-10 die erneute Führung, ehe sie ihren Gegnern im vierten Satz beim Stand von 9-5 scheinbar enteilten. Doch mit dem Endspiel vor den Augen schlichen sich nun die ersten Nerven ins Spiel und ehe man sich versah waren Doutaz und Desroches nur ein gewonnener Ballwechsel vom fünften Durchgang entfernt. Mit unglaublichen Topspins aus zwei Metern hinter der Platte schafften es Jill und Severin aber schliesslich mit 15-13 den Kopf aus der Schlinge zu ziehen und den mythisch-legendären Finaleinzug zu bejubeln.

Der grösste Coup war also realisiert, aber es bot sich jetzt die Chance noch einen Schritt weiterzugehen und sich mit dem Schweizermeistertitel in die Geschichtsbücher eintragen zu lassen. Im Endspiel warteten mit Lia Sierra (Uster) und Numa Ulrich (Rapperswil-Jona) ein ebenfalls sehr gut eingespieltes Team. Doch die YSZ’ler hatten aus der Sensation des Tages so viel Momentum auf ihrer Seite, dass auch der Wechsel auf der Trainerbank zu Beginn keinen Einfluss hatte. Leider stellten Ulrich und Sierra ihr Spiel in der Folge um und dominierten die Sätze Zwei und Drei nach Belieben. Auf einmal funktionierte nur wenig und noch dazu traf der Schiedsrichter G.C. (der, der einen Monat zuvor ein Match mitten in der Verlängerung vom Entscheidungssatz verliess um aufs WC zu gehen) sehr fragliche Entscheidungen. Glücklicherweise zeigte Vizepräsident Emre Imamoglu, dass auch er gelegentlich ein taktisches Ass im Ärmel hat. Die Idee, dass Severin seine Zauberrückhand nun mehrheitlich parallel spielen solle, verhalf den Stadtzürchern zum abermaligen Ausgleich. Ein Satz noch zum “Wunder von Lyss 2.0”. Kaum einer hätte jedoch ahnen können, was sich nun abspielen würde. Sevi und Jill spielten einen wirklich perfekten Entscheidungssatz, welcher Flashbacks zum Mixed-Final der Olympischen Spiele von Tokyo weckte. Nach einem dominanten Durchgang düpierte Jill Sierra mit einem halblangen Service zum 11-4 und sicherte den Schweizermeistertitel!! Für Jill das krönende Highlight einer grossartigen Saison und für Sevi das perfekte Abschiedsgeschenk, wechselt der junge Aargauer nächste Saison leider zum TTC Rio-Star Muttenz, wo er mit YSZ-Legende Julian Busslinger in einer Mannschaft spielen wird.

Das zweite Wunder von Lyss war also offiziell Tatsache und Nummer drei liess nicht lange auf sich warten. Im U17 Mixed Doppel geriet Lenni mit Ella Delvecchio (ZZ-Lancy) im Startspiel mit 0-2 in Rücklage und waren anschliessend zwei Punkte vom frühen Aus entfernt. Dank den Tipps von Alec Tarashev konnte das Zürich/Genf-Duo das Blatt wenden und ein Halbfinal gegen Seraina und ihren Partner Ben Meier (Rapid Luzern) sichern. Die Favoritenrolle lag ganz klar bei den besser eingespielten Titelverteidigern, doch an diesem sonnigen Nachmittag regnete es regelrecht Sensationen. Nach einer unglaublichen Performance gewannen Lenni und Ella mit 3-1 und beendeten die Regenschaft von Seraina und Ben, die 2022 in dieser Halle auch schon bei den U15 triumphiert hatten! Nun fehlte nur noch ein Sieg von Noe, der neben Maéva Giezendanner (ebenfalls ZZ-Lancy) antrat, und wir bekämen das zweite Keusch-interne Final des Tages zu sehen. Dieser Traum geriet jedoch schnell in weite Ferne, als die Paarung Kloss/Patra (Neuhausen) eine 2:0-Satzführung erspielen konnte. Aber wie wir wissen, hat sich YSZ in Lyss einen Ruf für Überraschungen und Aufholjagden etabliert. Die Anweisungen von Lancy-Coach Michel Martinez (Frankreich’s frühere Nummer zwei), beim originalen Wunder von Lyss (als Noe trotz 0:2-Satzrückstand und drei Matchbällen U15-Schweizermeister wurde) noch der gegnerische Trainer, verhalfen Noe und Maéva einen Weg zurück ins Spiel zu finden und anschliessend auch einen Entscheidungssatz zu erzwingen! Und in diesem lief YSZ’s Nummer eins, von seiner Partnerin optimal lanciert, zur absoluten Hochform auf und knallte den Neuhausern eine Vorhand nach der anderen um die Ohren…das YSZZ-Final war Tatsache!!



Im zweiten familieninternen Final des Tages, entschieden Noe und Maéva den Startsatz mit 11-8 für sich. Mit der Möglichkeit auf das dritte Wunder von Lyss vor Augen, drehten Ella und Lenni, der sich zudem auch fürs verlorene Einzelfinal revanchieren wollte, aber nochmals voll auf und sicherten sich tatsächlich den Schweizermeistertitel – etwas, das drei Stunden zuvor niemand für möglich gehalten hätte!!



Zum Abschluss des Tages kam es noch zu den gleichgeschlechtlichen Doppeln. Leider war die Luft bei den meisten Zürchern langsam aber sicher draussen, weswegen die Resultate auch nicht mehr ganz so grandios ausfielen. So missglückte Seraina im U17 Mädchen Doppel an der Seite von Lia auch die zweite Titelverteidigung. Mit dem lange ersehnten Einzeltitel sollte sie diese Niederlage dennoch gut wegstecken können. Das Viertelfinale bedeutete aber leider nicht nur hier Endstation; Vincent und Nicolas verloren im U15 Knaben Doppel trotz sehr guter Ansätze gegen zwei NLC-Spieler, während Severin und Gian bei den U19 eine 2:0-Satzführung preisgaben und dadurch haarscharf an der Medaille vorbeischrammten. Jill, die im U19 Mädchen Doppel mit Dilana Tassin (Lausanne) antrat, erzielte den erwarteten zweiten Rang hinter Doutaz/Tullii und sicherte sich damit bei ihrer letzten Nachwuchs SM einen kompletten Medaillensatz.




Die letzte Chance auf den fünften Titel des Tages sollte es also im U17 Knaben Doppel geben, wo Noe und Lenni – nachdem sie sich bereits zweimal in einem Finale gegenüber gestanden waren – sich nun verbündeten und gemeinsam ihren zweiten Turniersieg des Tages anpeilten. Den beiden Brüdern, die als haushohe Favoriten ins Rennen stiegen, wurde sehr harte Gegenwehr geboten, besonders im Halbfinal, als die Paarung Andric/Omlin (Basel/Muttenz) nach mirakulöser Aufholjagd auf einmal im vierten Durchgang 10-5 führten und nur einen Punkt vom Entscheidungssatz standen. Dank unglaublichen Gegentopspins konnten die Keuschs das Ruder aber gerade noch rechtzeitig rumreissen und qualifizierten sich fürs Finale. Auch die an zweiter Stelle gesetzten Abalakov und Meier schlugen sich hier wacker und entschieden den zweiten Satz verdientermassen für sich. Doch der 20. April war definitiv der Tag des N.L. Keusch und daran änderte sich auch im letzten Match des Tages nichts. Mit 11-8 und 11-7 gewannen Noe und Lenni die Sätze drei und vier und bejubelten ihren zweiten Titel des Tages, wie auch ihren zweiten gemeinsamen Schweizermeistertitel (nach der Mannschafts-SM 2019)!

Sonntag
Nach den unvergesslichen Erfolgen der Grossen am ersten Turniertag, waren am Sonntag nun unsere U11- und U13-Junioren an der Reihe. Auch hier startete der Morgen mit den Einzelserien, wobei unseren Jungs bewusst war, dass sie angesichts der starken Konkurrenz wahrlich über sich hinauswachsen müssen würden um an die Exploits ihrer Vereinskollegen am Vortag anzuknüpfen.
Dies bekam Ethan Perez dann auch bei den U11 Knaben zu erfahren. Der jüngste lizenzierte YSZ’ler überstand erfreulicherweise die Gruppenphase und zeigte dabei sehr ansehliches Tischtennis. Im Achtelfinal konnte er auch zunächst in Führung gehen, bevor sein Gegner aus Lancy sich als zu stark erwies.
Im U13 Knaben war YSZ mit nicht weniger als acht Spielern vertreten. Dementsprechend durfte man leise auf die eine oder andere Überraschung hoffen. Doch das Niveau in dieser Alterskategorie ist nun mal auch sehr hoch. So bedeutete die Gruppenphase für Laurin Gahlinger, Niklas Bichsel und Dan Karpisek allesamt Endstation, wobei Letzterer zurecht mit den zwei knappen Niederlagen haderte. Auch Marius Naef und Lizhang Zhou mussten sich in ihren zweiten Spielen gegen einen der späteren Medaillengewinner chancenlos geschlagen geben. Dank ihren ebenso dominanten Siegen in den anderen Einzeln glückte ihnen aber dennoch die Qualifikation fürs Hauptfeld und stiessen so zu den Gruppensiegern Daniel Pigrum, Arthur Masurel und Balthazar Porritt hinzu.


In der ersten k.o-Runde zeigte Marius weiterhin eine ansprechende Leistung, scheiterte aber knapp in vier Sätzen an seinem Genfer Widersacher und dessen (verdeckten) Aufschlägen. Am Nebentisch erging es Arthur leider nicht besser. Der YSZ’ler, der bereits am Morgen grosse Nervenstärke bewiesen hatte, rettete sich auf legendärste Weise in einen Entscheidungssatz, wo sein Gegner dann zu stark war. Glücklicherweise konnte Daniel seinen vierten 3:0-Sieg feiern und das Achtelfinale erreichen, ebenso Lizhang, dessen Match sich nach den ersten zwei Durchgängen beinahe um 180 Grad drehte, ehe der Penholder-Spieler sich mit 19-17 im vierten Satz durchsetzte. Nun war die Frage ob der formstarke Balthazar es ihnen gegen Abwehrspieler Shia Williams (Lugano), an dem Dan in seinem letzten Match so bitter gescheitert war, gleichtun würde. Lange lief alles erwartungsgemäss, ging Balthazar relativ komfortable mit 2-0 in Front. Leider kippte die Partie auf einmal in verrückter Manier und ehe sich der Stadtzürcher versah, führte Williams im Entscheidungssatz mit 9-6. Dank einer zweiten irren Wende gewann Balthazar aber die nächsten fünf Ballwechsel und konnte sich doch noch als Sieger eintragen lassen. Leider war die nächste Runde aber nicht nur für Balthazar, sondern auch für Lizhang und Daniel mit 0:3 Endstation. Alles in allem also ein harter Tag für unsere Jungs, von denen sich viele aber damit trösten können, dass sie im kommenden Jahr weiterhin in dieser Alterskategorie antreten werden.


Nach einer erholsamen Mittagspause sollte es mit den Mixed-Kategorien weitergehen, wo Ethan bei den U11 an der Seite von Yuling Li (Uster) durchaus was zuzutrauen war. Und tatsächlich: das von Chefcoach Dominik Mätzener grossartig motivierte Duo sicherte sich nach einem hart erarbeiteten 3:1 im Viertelfinal den Podestplatz. Trotz der anschliessenden klaren Niederlage gegen die Favoriten aus Muttenz und Lancy konnten sich die zwei am Abend bei der Siegerehrung freudestrahlend die Bronzemedaille umhängen lassen.


Bei den U13 stiegen gleich zwei YSZ’ler ins Rennen. Während Laurin an der Seite von Annika Schulze (Uster) im Startspiel hängen blieb, glückte Marius, der mit Alba Orzati (Wädenswil) antrat, ein hart erduldeter Fünfsatzerfolg gegen ein Duo aus Puplinge. Im Viertelfinal gegen die Paarung Provenzano/Gajewska (St. Gallen) harmonierten die beiden Zürcher weiterhin sehr gut, unterlagen aber in drei engen Sätzen und konnten somit die gemeinsame Medaille bei den U11 vor zwei Jahren (damals ja auch schon in Lyss) leider nicht wiederholen.

Zum Ende eines langen Wochenendes gab es dann noch die Doppelkategorien. Im U11 Knaben Doppel spielte Ethan mit Livio Antonilli (Uster, obviously). Das Startspiel dominierten sie von A bis Z, doch jegliche Medaillenträume zerbarsten im Viertelfinal nach einer ebenso deutlichen Niederlage relativ schnell. Mit einer Bronzemedaille im Gepäck konnte Ethan zum Ende einer sehr erfolgreichen ersten Saison aber trotzdem zufrieden die Heimreise antraten.
Im U13 Knaben Doppel machte man sich noch einmal Hoffnungen auf einen vorderen Rang, wies das Tableau doch sechs Paarungen mit mindestens einem YSZ’ler auf. Niklas und Dan steckten ihre Enttäuschung aus der Einzelkategorie gut weg und qualifizierten sich fürs Achtelfinal gegen die topgesetzten Genfer Hurtado/Schmitt. Auch hier kämpfte das Stadtzürcher Duo furchtlos und entschied verdient den dritten Durchgang für sich. Letztendlich waren die Gegner aber viel zu stark und lieferten im nächsten Satz eine deutliche Antwort, woran auch ein legendäres Timeout von Coach Josua Karpisek nichts ändern konnte. Ähnlich erging es auch Laurin und Partner Jannes Waschkies (Zürich-Affoltern). Das Erfolgsduo aus dem Vorjahr zeigte, dass sie weiterhin ausgezeichnet harmonieren, hatten aber gegen eine viel stärker einzuschätzende Paarung in der zweiten Runde nur wenige Chancen.

Mit grossen Ambitionen durfte besonders Marius ins Rennen steigen, hatte er im letzten Monat mit dem frisch gekürten U13-Einzelmeister Lawrence Sena (Rapid Luzern) doch ein regelrechtes Erfolgsdoppel gebildet. Leider war es nicht ihr Nachmittag und nach einer sehr ärgerlichen und vermeidbaren 1:3-Niederlage gegen die nachmaligen Titelträger zerbarst der Medaillentraum.
Auf Balthazar/Lizhang wartete im Startspiel mit den U11-Schweizermeistern des Vorjahres eine sehr schwierige Aufgabe. Doch die YSZ’ler demonstrierten ihre gigantischen Fortschritte zu vollstem Ausmass und vollbrachten in vier packenden Sätzen die Revanche für die Niederlage vor zwölf Monaten. An Hurtado/Schmitt war aber leider auch für sie kein Vorbeikommen.
Somit war Daniel/Arthur die letzte Stadtzürcher Vertretung. Nachdem sie zum Auftakt ihr bestes Doppel jemals absolvierten, wartete im Viertelfinale nun mit Stalder/Ander (Schenkon/Rapid Luzern) eine scheinbar zu hohe Hürde. Aber Arthur und Daniel traten völlig unerschrocken auf und erkämpften sich einen nicht zu Ende gehen wollenden Startsatz mit 19-17! Nach einer abnormalen Show im zweiten Durchgang war die Medaille nun in Sichtweite. Leider konnten sich die Innerschweizer nochmals steigern, während unseren Jungs, welche bis dato mit bravouröser Sicherheit geglänzt hatten, gegen Satzende jeweils unnötige Eigenfehler unterliefen. So gelang es Ander und Stalder schliesslich das Blatt doch noch zu wenden und die SM für YSZ beenden.
Trotz der eher bescheidenen Ausbeute am Sonntag konnte nichts daran ändern, dass YSZ auch dieses Jahr bei der Nachwuchs SM der erfolgreichste Verein war. Mit fünf Einzeltitel, zwei weitere Wunder von Lyss und insgesamt zwölf Podestplätzen als Abschluss einer Woche, wo der Ligaerhalt der STTL Men bestätigt wurde, waren es wirklich zwei unvergessliche Tage im Kanton Bern. Herzliche Gratulation an dieser Stelle nochmals an unseren Medaillengewinner:innen, insbesondere an Lenni, Noe, Sevi, Seraina und Jill zu ihren Meistertiteln!

Vielen Dank zudem an den TTC Lyss für die erneute Organisation, sowie den zahlreichen Coaches (Markus, Alec, Emre, Josua, Rainer, Arno, Nicolas und beiden Dominik M’s) für ihren unermüdlichen Einsatz an diesem historischen Wochenende!
Resultatübersicht:
Samstag
5. Rang Knaben Doppel U15: Vincent Rabara und Nicolas Naef
1. Rang Mädchen Einzel U17: Seraina Rosset
1. Rang Knaben Einzel U17: Noe Keusch
2. Rang Knaben Einzel U17: Lenni Keusch
3. Rang Knaben Einzel U17: Severin Scherer
1. Rang Mixed Doppel U17: Lenni Keusch und Ella Delvecchio (ZZ-Lancy)
2. Rang Mixed Doppel U17: Noe Keusch und Maéva Giezendanner (ZZ-Lancy)
3. Rang Mixed Doppel U17: Seraina Rosset und Ben Meier (Rapid Luzern)
5. Rang Mädchen Doppel U17: Seraina Rosset und Lia Sierra (Uster)
1. Rang Knaben Doppel U17: Noe und Lenni Keusch
3. Rang Mädchen Einzel U19: Jill Wildberger
1. Rang Mixed Doppel U19: Severin Scherer und Jill Wildberger
2. Rang Mädchen Doppel U19: Jill Wildberger und Dilana Tassin (Lausanne)
5. Rang Knaben Doppel U19: Severin Scherer und Gian Stifter
Sonntag
3. Rang Mixed Doppel U11: Ethan Perez und Yuling Li (Uster)
5. Rang Knaben Doppel U11: Ethan Perez und Livio Antonilli (Uster)
5. Rang Mixed Doppel U13: Marius Naef und Alba Orzati (Wädenswil)
5. Rang Knaben Doppel U13: Marius Naef und Lawrence Sena (Rapid Luzern)
5. Rang Knaben Doppel U13: Daniel Pigrum und Arthur Masurel
5. Rang Knaben Doppel U13: Balthazar Porritt und Lizhang Zhou


